Foto: Ian Whalen

Julian Amir Lacey

30 Tanzkünstler mit den besten Aussichten

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Julian Amir Lacey wurde in New York vom Dresdner Ballettdirektor Aaron S. Watkin entdeckt, in einer Präsentation der School of American Ballet. Dort hat Lacey seine in San Francisco begonnene Ausbildung abgeschlossen. Training nach Waganowa, Erweiterung des Tanzhorizonts mit Balan-chine – das sind beste Voraussetzungen für die Dresdner Kompanie.

Über deren Elevenprogramm, gemeinsam mit der Palucca Hochschule für Tanz initiiert, kam Julian Amir Lacey 2013 an die Elbe, wurde 2014 engagiert und machte schon am Ende seiner ersten Saison in William Forsythes «Impressing the Czar» als Mr. Pnut auf sich aufmerksam: kein leidender Märtyrer, sondern launiger Amor, der seine Pfeile lustvoll abschießt.  Inzwischen tanzt Lacey in «Neue Suite» von Forsythe, beeindruckt mit so jugendlicher wie klassischer Eleganz als Gemahl der Zuckerfee in Aaron S. Watkins «Nussknacker»-Fassung. Dennoch war es eine Überraschung, dass er schon bald nach der Dresdner Erstaufführung von Kenneth MacMillans «Manon» auch den Des Grieux geben durfte. Zunächst mit Sarah Hay als Manon, später mit der charakterstarken Anna Merkulova. Die technischen Herausforderungen dieser Partie zu bewältigen, ist die eine Sache, ihr Persönlichkeit zu geben, die andere. In beidem hat sich der gerade mal 20-jährige Tänzer enorm gesteigert, es gelingt ihm, den Des Grieux mit glaubwürdigen Emotionen auszustatten. Gleiches gilt für seine Interpretationen von Hilarion und Albrecht in David Dawsons «Giselle». Zu Beginn der neuen Saison steigt er in den Halbsolisten-Status auf. Dann erwarten ihn neue Aufgaben – und Chancen, sein offensichtlich längst nicht ausgeschöpftes Talent zu entfalten.

 


Tanz Jahrbuch 2017
Rubrik: Hoffnungsträger, Seite 178
von Boris Gruhl

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