Johannes Öhman
Vor der Kantine der Deutschen Oper plätschern geschwätzig die Wasserspiele, die Sonne scheint, der Sommer glüht über Berlin. Dennoch hat die Stadt den Stimmungsvorhang heruntergelassen, wirkt müde und deprimiert. Es ist Tag 1 nach dem Debakel bei der Fußball-WM: «Gegen Südkorea hätte das deutsche Team nicht ausscheiden dürfen, aber offenbar hat die Dynamik nicht gestimmt.» Der Mann, der das sagt, muss es wissen. Er hat sieben Jahre lang gekickt, erst auf dem Bolzplatz, dann im Verein. Seitdem beherrscht er die Kunst des Teamplay.
Obwohl er die Fußballschuhe schon mit 14 Jahren an den Nagel hängte und stattdessen Ballettschläppchen anzog. Ein Dreiteiler von Jiří Kylián, den er in der Kungliga Operan von Stockholm sah, hat sein Leben verändert. Danach war ihm klar: «Ich will Tänzer werden.»
Johannes Öhman hat ein Schattenplätzchen gesucht, legt Lutsch-pastillen und sein Handy auf den Tisch. Nach beidem wird er im Lauf des Gesprächs immer wieder greifen. Er beantwortet zwar weder eingehende Anrufe noch SMS, lässt sich aber online das eine oder andere Wort aus dem Schwedischen übersetzen. Es hapert noch mit der Sattelfestigkeit im Deutschen. Die muss er sich allerdings nicht zwingend ...
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Tanz August/September 2018
Rubrik: Menschen, Seite 28
von Dorion Weickmann
Deutschland
Berlin
Capitain Petzel
«Service No. 5: Dare To Keep Kids Off Naturalism», der fünfte Teil von Adam Linders «Choreographic Services». 24.–26. Aug.;
www.tanzimaugust.de
Deutsche Oper
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Nach zwanzig Jahren wird in Genf Wirklichkeit, wofür die Szene seit 1998 kämpft. Die Stadt bekommt einen Pavillon de la Danse. Das ist nur folgerichtig, hat Genf doch die vitalste Tanzszene der Schweiz. Im Februar dieses Jahres hatte der Genfer Stadtrat einen Kredit von elf Millionen Schweizer Franken für eine demontierbare Konstruktion aus Holz bewilligt, die für...
Manchen Theatern ist das alles piepegal: ein Telefonton, vor der Vorstellung eingespielt, und die Sache hat sich. Dass dem mitnichten so ist, wird jeder bestätigen können, dem einmal ein Sitznachbar den Ballettbesuch verdorben hat – ganz einfach, weil er partout auch während der Vorstellung nicht vom Handy lassen wollte. Also müssen sich die Theater etwas einfallen...
