Joana Tischkau «Runnin‘»

Frankfurt/Main on tour

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Nebelschwaden ziehen flach über den kreisrunden, schwarz-spiegelnden Boden, schon bald werden sie verwirbelt von einem primatenähnlichen Wesen – ein Performer in grauem Oversize-Hoodie, die Arme verlängert, sodass er sich auf allen vieren fortbewegt. Ein zweites Wesen gesellt sich dazu, dann die ersten beiden Läufer*innen, bis schließlich alle vier Performer*innen mechanisch im Kreis gehen. Die Bühne des Berliner HAU2 wirkt an diesem Septemberabend wie eine Arena im frühen Morgentau – noch vor der Dämmerung, ausgeleuchtet von minimalistisch-sleeken Flutlichtern.

Scheinbar endlos ziehen Aaron Samuel Davis, Emeka Ene, Shanice Trustfull und Sophie Yukiko in Joana Tischkaus «Runnin’» ihre Runden, begleitet von dumpfen Beats, die den Laufrhythmus vorgeben (Sound: Frieder Blume). Zeit genug, sich die grandiosen Kostüme von Nadine Bakota anzuschauen: Detailfreudige Sportkleidung, die bewusst den Blick auf die Schwarzen Performer*innen ausstellt. Hypnotisierende Variationen des Gangs und wechselnde Positionen zueinander fordern dazu heraus, die Körper ganz genau anzuschauen.

Und langsam dämmert, was da gespiegelt wird: Da wird eine alltägliche, möglichst neutrale Bewegungsform ...

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Tanz Januar 2026
Rubrik: Kalender, Seite 39
von Johanna Rau

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