Jenseits
So freundlich diese unterlebensgroßen Asiaten in ihren mausgrauen Mao-Jacken auch blicken, ihr theatralisches Spiel macht den Außen-stehenden zum Fremd-Körper, ihre physische Natur stimmt nachdenklich. Wer ist hier sprachlos? Die Kunstfigur als Spiegel des entfremdeten Selbst?
Und was gibt’s da zu lachen? Irgendwie ansteckend, diese gelassene Heiterkeit von hundert Chinesen – dabei dringt kein Laut ans Ohr. Geradezu einschüchternd, diese Fülle von Leben – dabei bewegt sich nichts. Der Andere, das wird angesichts dieser Masse Mensch körperlich spürbar, ist der Betrachter.
Der Ausstellungsraum in der Düsseldorfer Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen K 21 wird zur Bühne für die in Skulpturen gegossenen Alltagsfragmente des spanischen Bildhauers Juan Muñoz (1953 - 2001). Als wär’s ein netter Sektempfang, stehen die Männer in der Rauminszenierung «Many Times» (1999) in kleinen Zirkeln beisammen. Zwischen ihnen darf der Zuschauer flanieren, in der Hoffnung auf ein wenig Vertraulichkeit. Näher kommt er den imposanten Figuren nicht. Im Gegenteil, je genauer er sie betrachtet, desto mehr Rätsel geben sie auf. Die uniformierten Gestalten haben alle dasselbe Gesicht – nur sind die Köpfe anders ...
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