Jenseits

Die Tänzer sind animiert, dreidimensional und tanzen auf zwei großen Leinwänden. Der Pariser Künstler Pierre Giner nennt seinen Asia-Import «idance» und hat damit in Paris die ehrwürdige Galerie Royale in Technoland verwandelt

Das Personal ist animiert, dreidimensional und tanzt auf zwei großen Leinwänden. Trotzdem sehen die Tänze klasse aus, was daran liegt, dass man durch ein Verfahren namens Movement Capturing die Bewegungen echter Tänzer auf diese entzückend sprunghafen Models übersetzt hat. Hergestellt in Korea, nennt der Pariser Künstler Pierre Giner seinen Asia-Import IDANCE und hat damit im Rahmen der Nuit Blanche in Paris zwischen Opéra und Concorde die ehrwürdige Galerie Royale in Technoland verwandelt.

Reichlich Beats per minutes aus den Boxentürmen stammen von Poptronics. Das Publikum kommt aber vor allem, weil die virtuellen Tänzer von den Stars der Couture-Szene «bekleidet» wurden: Issey Miyake, Christian Lacroix, Anne Valérie Hash, Christian Wijnants. Für so viel Prominenz ziehen sich diese Models nicht nur im Nu aus und um. Sie bewegen sich auch, je virtueller, desto schneller. Einziger Wermutstropfen: Die Mode bleibt merkwürdig immateriell im entfachten Sturm der Farben und Formen.

 

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz März 2008
Rubrik: Jenseits, Seite 74
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Sigrid Gareis

Sigrid Gareis verlässt im Juni 2009 das Tanzquartier Wien. Damit hat die Debatte um die künftige Ausrichtung des Hauses begonnen. Der Wiener Kulturstadtrat, Andreas Mailath-Pokorny, gab dem umstrittenen Mehrheitsbeschluss des TQW-Kuratoriums nach, Gareis Vertrag nach zwei Perioden nicht für zwei weitere Jahre zu verlängern. Auch wenn eine solche Verlängerung eine...

Tecktonik

«Mortel!» (tödlich) ist unter französischen Jugendlichen ein nicht mehr zu toppender Ausruf der Begeisterung. «Tecktonik Killer» heißen darum Techno-Abende, die der französischen Freizeitindustrie ein tektonisches Beben bescherten. Tecktonik läuft im Metropolis, einem Disco-Raumschiff, das man gar nicht übersehen kann, wenn man von Paris auf der Autobahn in...

Johann Kresnik: «Der Ring des Nibelungen»

Als sich Johann Kresnik, 1974 in Bremen, zum ersten Mal an den «Nibelungen» vergriff und den Stoff zu einer Auseinandersetzung mit dem klassischen Ballett nutzte, war meine Rezension ein simpler Kalauer: «Das Nibelungenlied wird zum Gassenhauer mit dem Refrain Bumsphalera». Kresniks zweiter Griff zum Nibelungen-Stoff am Ende seiner Dienstzeit als Bonner...