dance fever
Wir schreiben das Jahr 1989. Madonna hat sich gerade in den Schritt gefasst – mal wieder. Diesmal trägt sie einen zweireihigen Blazer und feuert mit ihrer anderen, zur Pistole geformten Hand, einen Schuss ab. Sekunden später sehen wir sie nackt an ein Bett gekettet. Darauf folgt eine kurze Einstellung, in der sie katzenartig am Boden entlangkriecht, um aus einer Untertasse Milch zu schlecken.
All dies, nachdem wir ihren aufreizend kreiselnden Schatten auf einen Wandschirm projiziert gesehen haben – Anschauungsmaterial für das innige Verhältnis zwischen Illusion und Verführung.
Wie viele Madonna-Videos war «Express Yourself» eine brillante Vermählung aus Popmusik und Bewegung, so exhibitionistisch wie selbstbewusst. Und, was für die Zuschauergeneration diesseits von MTV überraschend sein mag: Wie einst die Hollywood-Musicals erzählte es seine Geschichte wesentlich über den Tanz.
Express Yourself
Die Zahl der Enthusiasten, die Tanz verstehen, gar aktiv unterstützen, ist eher klein. Jedenfalls den «Tanz», den eine formal professionelle Tanzszene praktiziert: Ballett-, Modern Dance- und Volkstanzensembles, die die Mittel und das Prestige haben, um auf Tournee gehen zu können. Während ...
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The horse is a skeleton, a sculptor’s model for an equestrian monument – the rider is real. A sad, lean figure, his sidekick short and fat; when we see the pair on the stage of the Royal Theatre in Copenhagen, we know this is the story of the man of La Mancha who fights windmills. The veiled lady in red velvet is the Dulcinea of our knight errant’s dreams. The...
Es gibt nur eine Choreografie in der Tanzgeschichte, mit der man immer wieder Geschichte schreiben kann: «Le sacre du printemps», das berühmte Frühlingsopfer. Igor Strawinsky komponierte es in Lausanne, wo Ballets-Russes-Chef Serge Diaghilev sich 1915 mit dem Choreografen Léonide Massine direkt am See in die Villa Belle Rive einmietete. Man sprach über Kubismus,...
Merce Cunningham kommt jeden Montag in sein Studio im 11. Stock des Westbeth Building im West Village von Manhattan. Jeden Montag gibt es «Cunningham Technique» direkt aus der Hand des 88-Jährigen. Cunningham Classes zu besuchen, ist ein Traum nicht nur jedes Tänzers. Auch Lehrer aus aller Welt wollen Lizenzen für dieses Training. Aber Cunningham wäre nicht...
