dance fever
Wir schreiben das Jahr 1989. Madonna hat sich gerade in den Schritt gefasst – mal wieder. Diesmal trägt sie einen zweireihigen Blazer und feuert mit ihrer anderen, zur Pistole geformten Hand, einen Schuss ab. Sekunden später sehen wir sie nackt an ein Bett gekettet. Darauf folgt eine kurze Einstellung, in der sie katzenartig am Boden entlangkriecht, um aus einer Untertasse Milch zu schlecken.
All dies, nachdem wir ihren aufreizend kreiselnden Schatten auf einen Wandschirm projiziert gesehen haben – Anschauungsmaterial für das innige Verhältnis zwischen Illusion und Verführung.
Wie viele Madonna-Videos war «Express Yourself» eine brillante Vermählung aus Popmusik und Bewegung, so exhibitionistisch wie selbstbewusst. Und, was für die Zuschauergeneration diesseits von MTV überraschend sein mag: Wie einst die Hollywood-Musicals erzählte es seine Geschichte wesentlich über den Tanz.
Express Yourself
Die Zahl der Enthusiasten, die Tanz verstehen, gar aktiv unterstützen, ist eher klein. Jedenfalls den «Tanz», den eine formal professionelle Tanzszene praktiziert: Ballett-, Modern Dance- und Volkstanzensembles, die die Mittel und das Prestige haben, um auf Tournee gehen zu können. Während ...
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Zwillinge: Musik und Tanz. Together forever. Ob Johann Strauß oder Rolling Stones, beim zweiten Takt schwingen die Hüften. Aber es ist ein Machtgefälle in der Beziehung. Die Musik hat den Tanz nie gebraucht. Er hat sich der Musik angedient. Tanzschritte folgen ihrem Diktat. Sie sind Stiefgeschwister.
Wie reagiert der Tanz? Emotional. Dass der Tanz deshalb...
Barbara Friedrich arbeitet seit drei Jahren für das Netzwerk TanzRaumBerlin. Mit elf Partnern, vom Staatsballett Berlin bis zur kleinen Studiobühne Ada, verzeichnet die Berliner Knüpferin nun erstmals einen handgreiflichen Erfolg: Die Ufer-Studios, ein ehemaliges Werkstattgelände der Berliner Verkehrsbetriebe, werden auch für das neue Hochschulübergreifende Zentrum...
