Jean Renshaws «Könige»
Das soll Artus sein? Der kriegt sein Spielzeug-Excalibur doch nur mit Mühe aus der Tischplatte, und wenn er es dann endlich in Händen hält, fuchtelt er damit herum. Von schwachen Königen, geradezu lächerlichen Figuren, erzählt Jean Renshaw in ihrer Choreografie, die sie mit viel Fingerspitzengefühl auf den Säulenwald des Fürther Kulturforums zugeschnitten hat. Um Männer geht es, die noch nicht mal alleine essen können, und die sich mit Hilfe von Schöpflöffelzeptern bei ihrer Dienerschaft Respekt verschaffen müssen.
Drei parallele Bahnen, getrennt von haushohen Stahlsäulen, die in massiven Steinsockeln ruhen, schärfen die Wahrnehmung für jede einzelne Reihe und schaffen spezifische Spannungsmomente. Zur Eröffnung bewegen sich die Tänzer László Czetenyi, Martin Dvorák, Gregory Livingston, Denis Puzanov, Eric Trottier und Gabriel Wong auf den rot ausgelegten Parallelen der Bühne in ganz unterschiedlichen Tempi und treibenden Bewegungen. Was so sanft beginnt, bezieht viele Überraschungsmomente gerade in den präzise ausgefeilten Synchronpassagen aus genau dem «Versteckspiel», das sich durch die Bühne mit ihren vier Säulen des ehemaligen Schlachthofes ergibt. Dabei ist die Geschichte der ...
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Georgette Tsinguirides,
im Oktober und November zeigt das Stuttgarter Ballett zwei Programme mit Cranko-Choreografien, die seit Ewigkeiten nicht mehr zu sehen waren. Dass sie überhaupt aufgeführt werden können, ist in erster Linie Ihnen zu verdanken: Als Choreologin haben Sie seine Stücke einst aufgezeichnet. Nachdem ich 1966 von meiner Ausbildung in London nach...
Einst verzehrte sich Europa nach dem Osten. Palmen waren die christlichen Wedel, mit denen Asien winkte. Große Schiffe wurden ausgerüstet. Wenige Monate später fasste ein lustiger neuer Tanz in der Südsee Fuß. Immer wieder hatten die Einwohner von Tuvalu und Tarawa gesehen, wie Männer in sonderbarer Kleidung an Land ruderten, Aufstellung nahmen, im Gleichschritt...
