Jean-Baptiste André: "Comme en plein jour"
Jean-Baptiste André ist ein Artist, den es zur zeitgenössischen Bühnenkunst verschlägt. Er wirkt dort wie ein Hai als gut getarnter Goldfisch. Denn André hat eine Kleinigkeit seinen Kollegen vom Tanz voraus: Er steigt viel zu mühelos die Wände hoch, könnte ewig mit nur einer Hand auf dem Kopf stehen. Aber das tut er nicht, weil’s zu sehr nach Akrobatik aussähe.
Jean-Baptiste André, Jahrgang 1979, ist nun mal am Centre National des Arts du Cirque in Châlons-en-Champagne ausgebildet, und was er von dort zum zeitgenössischen Tanz beisteuert, kann man nur hochachtungsvoll das Understatement seiner gelernten Kunst nennen, zu der neben der Akrobatik auch die Clownerie gehört. Sein Signaturstück heißt «Intérieur nuit». Er dreht seine kleine Videokamera um 90 Grad, sodass der Mann, der mühelos mit beiden Beinen an der Wand steht, für die Projektion wirkt, als läge er genüsslich am Boden. Legt er sich dann mühelos zu Boden, sieht seine Position für die Kamera so aus, als sei er ein verteufelt guter Akrobat. Was er auch ist.
Auch in «Comme en plein jour» versucht er, seiner Zirkuskunst zu entkommen: diesmal als Weißclown mit einem Renaissancekragen. Wieder sind es Kleinigkeiten, die den ...
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