Jaroslav Jurasz: «Gefährliche Liebschaften»

in Halberstadt

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Ein Stoff gerade für den Tanz: Choderlos de Laclos’ Roman aus dem vorrevolutionären Frankreich. Ein perfider Verführungsexzess in 175 Briefen. In Berlin beging ihn einst David Nixon als subtiles Kammerspiel, in Gera kreierte Peter Werner daraus ein Handlungsballett. Nun erobern die Gefährlichen Liebschaften von 1782 den Nordharz. Jaroslav Jurasz, seit 2003 Ballettchef am dortigen Städtebundtheater, richtete sie für sein zehnköpfiges Ensemble ein und schlug die kruden Liebesverwicklungen in klare, effektvolle Bilder, die in Halberstadt und Quedlinburg über die Bühne gehen.

Ein perspektivisch sich verjüngendes Zimmer aus gestaffelten grünen Seitenwänden bildet den Spielraum, dessen Blickfang die kleiderarm gemalte Liebe von «Venus und Adonis» ist. Dahinter findet sich ein gewaltiges Bett für die Intimszenen. Zu live musizierter Barockmusik der Herren Lully, Rameau, Rebel, Marais, Couperin gelingen Jurasz in seinem Reigen aus Zweierbeziehungen kunstvolle Figurengeflechte und differenzierte Pas de deux auf Spitze, die nach der Pause an Tempo, Temperatur, Dramatik gewinnen. Sein Tänzerteam, speziell die Damen, präsentiert er technisch wie darstellerisch bestens.

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Tanz April 2005
Rubrik: On Stage, Seite 50
von Volkmar Draeger

Vergriffen
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