Himmlische Stimmchen
Lächerlich gemacht habe Orlin die schwarzen Sänger ihrer Spaß-Performance, behaupteten einige nach der Premiere im Théâtre de la Ville. Einmal mehr spielt die Halb-Berlinerin aus Johannesburg mit dem Blick auf das Andersartige. Sie stiftet Verwirrung, in der sich mancher selbst entlarvt. Da ist der Zoom auf Nasenfront und schmatzende Lippen. Die Kamera schafft einen anderen Blick auf vermeintlich Wohlbekanntes. Auch dann, wenn sie in den Mund fährt und das im Hals gurgelnde Wasser filmt.
Es ist Orlins Kunst, kulturelle Zeichen so durchzuschütteln, dass jeder gezwungen ist, in deren Spiegel sein eigenes Inneres wahrzunehmen.
Zum veränderten Blick auf die Kulturen und Kontinente (auch der Körper sei dazu gezählt) kommt in «When …» das Irrlichtern der Kunstgattungen. Unglaublich, zu welchen Eskapaden fünf Opernsänger hier bereit sind: Singend das eigene Auge zu filmen oder, mit Plüschzebra, Fellkostüm, Lampe und Cassettenrekorder überladen, wie GIs in den Saal zu spazieren, Zuschauer um ein Handy zu bitten und burlesk singend auf die Aufnahme von Glucks «Orpheus und Eurydike» zu antworten. Selbstverständlich waren die Sänger am Anfang schwer irritiert, gibt Orlin zu. Am Anfang ...
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