Himmlische Stimmchen

Robyn Orlin: «When I Take Off My Skin And Touch The Sky ...» in Paris

Tanz - Logo

Lächerlich gemacht habe Orlin die schwarzen Sänger ihrer Spaß-Performance, behaupteten einige nach der Premiere im Théâ­tre de la Ville. Einmal mehr spielt die Halb-Berlinerin aus Johannesburg mit dem Blick auf das Andersartige. Sie stiftet Verwirrung, in der sich mancher selbst entlarvt. Da ist der Zoom auf Nasenfront und schmat­­zende Lippen. Die Kamera schafft einen anderen Blick auf vermeintlich Wohlbekanntes. Auch dann, wenn sie in den Mund fährt und das im Hals gurgelnde Wasser filmt.

Es ist Orlins Kunst, kulturelle Zeichen so durchzuschütteln, dass jeder gezwungen ist, in deren Spiegel sein eigenes Inneres wahrzunehmen.
Zum veränderten Blick auf die Kulturen und Kontinente (auch der Körper sei dazu gezählt) kommt in «When …» das Irrlichtern der Kunstgattungen. Unglaublich, zu welchen Eskapaden fünf Opern­sänger hier bereit sind: Singend das eigene Auge zu filmen oder, mit Plüsch­zebra, Fellkostüm, Lampe und Cassettenrekorder überladen, wie GIs in den Saal zu spazieren, Zuschauer um ein Handy zu bitten und burlesk singend auf die Aufnahme von Glucks «Orpheus und Eurydike» zu antworten. Selbstverständlich waren die Sänger am Anfang schwer irritiert, gibt Orlin zu. Am Anfang ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz April 2005
Rubrik: On Stage, Seite 54
von Thomas Hahn

Vergriffen
Weitere Beiträge
Carolyn Carlson nach Roubaix

«I’m not ballet», sagt Carolyn Carlson. Drum ändert sie auch den Namen des Ballet du Nord. Zwei Jahre, nachdem in Roubaix Maryse Delente von ihren Tänzern geschasst wurde, wissen die damals Streikenden nun endlich, was ihnen die Zukunft bringt: eine europäische Dance Fabric. Fabric = Fasern. Carlsons Wortspiel zielt auf einstige industrielle Größe. In der...

Japanese Tourist

The “Orient” (that construction invented by Western cultures) has been present in theatrical dance since its very beginnings. Indeed, the whole idea of fascination for the unfamiliar and exotic, or anything that (supposedly) comes from far away, is a significant aspect of the mechanism of ballet in the theatre, where the spectator waits in the darkness to be...

TanzRaumBerlin

In der deutschen Hauptstadt soll möglichst bald ein TanzRaumBerlin entstehen, der weder Tanzhaus noch Choreografisches Zentrum sein will, sondern ein «integratives Konzept»: eine «Schnittstelle für Kunst und Wissenschaft, Kreation und Reflexion». So steht es in einem Strukturpapier, das gemeinsam vom Dachverband Zeitgenössischer Tanz Berlin, Dock 11/Garbáty, Hebbel...