Himmlische Stimmchen
Lächerlich gemacht habe Orlin die schwarzen Sänger ihrer Spaß-Performance, behaupteten einige nach der Premiere im Théâtre de la Ville. Einmal mehr spielt die Halb-Berlinerin aus Johannesburg mit dem Blick auf das Andersartige. Sie stiftet Verwirrung, in der sich mancher selbst entlarvt. Da ist der Zoom auf Nasenfront und schmatzende Lippen. Die Kamera schafft einen anderen Blick auf vermeintlich Wohlbekanntes. Auch dann, wenn sie in den Mund fährt und das im Hals gurgelnde Wasser filmt.
Es ist Orlins Kunst, kulturelle Zeichen so durchzuschütteln, dass jeder gezwungen ist, in deren Spiegel sein eigenes Inneres wahrzunehmen.
Zum veränderten Blick auf die Kulturen und Kontinente (auch der Körper sei dazu gezählt) kommt in «When …» das Irrlichtern der Kunstgattungen. Unglaublich, zu welchen Eskapaden fünf Opernsänger hier bereit sind: Singend das eigene Auge zu filmen oder, mit Plüschzebra, Fellkostüm, Lampe und Cassettenrekorder überladen, wie GIs in den Saal zu spazieren, Zuschauer um ein Handy zu bitten und burlesk singend auf die Aufnahme von Glucks «Orpheus und Eurydike» zu antworten. Selbstverständlich waren die Sänger am Anfang schwer irritiert, gibt Orlin zu. Am Anfang ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
«I’m not ballet», sagt Carolyn Carlson. Drum ändert sie auch den Namen des Ballet du Nord. Zwei Jahre, nachdem in Roubaix Maryse Delente von ihren Tänzern geschasst wurde, wissen die damals Streikenden nun endlich, was ihnen die Zukunft bringt: eine europäische Dance Fabric. Fabric = Fasern. Carlsons Wortspiel zielt auf einstige industrielle Größe. In der...
The “Orient” (that construction invented by Western cultures) has been present in theatrical dance since its very beginnings. Indeed, the whole idea of fascination for the unfamiliar and exotic, or anything that (supposedly) comes from far away, is a significant aspect of the mechanism of ballet in the theatre, where the spectator waits in the darkness to be...
In der deutschen Hauptstadt soll möglichst bald ein TanzRaumBerlin entstehen, der weder Tanzhaus noch Choreografisches Zentrum sein will, sondern ein «integratives Konzept»: eine «Schnittstelle für Kunst und Wissenschaft, Kreation und Reflexion». So steht es in einem Strukturpapier, das gemeinsam vom Dachverband Zeitgenössischer Tanz Berlin, Dock 11/Garbáty, Hebbel...
