Ivo Dimchev

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Wenn sich etwas (oder jemand) als «Bruch» präsentiert, sollte man ihm miss-trauen. Weil die Theater und Festivals zwar neu, anders und radikal sein, doch immer ihre Zuschauermassen befriedigen müssen, zeigen sie jeden Künstler, der verspricht, nicht nur nackt zu sein (was längst nicht mehr radikal ist), sondern weiter zu gehen, nämlich der eigenen Haut treu zu bleiben. Man hat uns ganze Festivals angeboten, bei denen es um nichts als diesen Vakuumwunsch des Andersseins-um-jeden-Preis ging.

Und so von einem Festival, von einem Theater zum nächsten, dank des Wunders der Globalisierung – überall präsentieren dieselben Künstler dieselben Dinge, gerechtfertigt nur durch die einzige Wahrheit der Darstellenden Künste: Man sieht nur, was man sehen will.
Die Arbeit von Ivo Dimchev setzt die Idee der Nähe, der Überschreitung durch Identifikation aufs Spiel, indem er sich selbst und nur sich untersucht. Sein radikaler Stil, der seinen Körper (und nicht «den» Körper) benutzt, stellt den inflationären Diskurs über den Körper bloß. «Lili Handel», sein Alter Ego, und ein paar andere Stücke (ich würde sie gerne «Augenblicke der Wahrheit» nennen, inklusive Anführungszeichen), in denen er u. a. über ...

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Tanz Jahrbuch 2009
Rubrik: Portrait, Seite 130
von Tiago Bartolomeu Costa

Vergriffen
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