Iván Pérez
Normal ist das jedenfalls nicht. Seit Beginn dieser Spielzeit amtiert Iván Pérez als Künstlerischer Leiter des Dance Theatre Heidelberg; seine erste Chefposition. Doch bevor der Nachfolger von Nanine Linning sich an seiner neuen Arbeitsstelle richtig einrichten kann, hat am Sadler’s Wells in London «Flutter» Premiere, ein Pas de deux für die Starballerina Natalia Osipova und deren Partner Jonathan Goddard.
Als wäre das nicht schon ungewöhnlich genug, choreografiert Pérez zuvor noch im Auftrag der Pariser Opéra mit «The Male Dancer» ein, wie schon der Titel sagt, reines Männerballett – flankiert von «The Art of Not Looking Back» von Hofesh Shechter und «The Seasons’ Canon» von Crystal Pite, zwei nachgerade beängstigende Erfolgswerke.
Mutig, erfahren, vernetzt
An Mut gebricht es dem smarten Spanier aus Alicante demnach nicht. Eher fragt man sich, warum ein Choreograf, der schon in so hohen Kreisen verkehrt, das vergleichsweise bescheidene Angebot von Intendant Holger Schultze überhaupt angenommen hat. Iván Pérez lacht und bleibt die Antwort keineswegs schuldig. Im Gegenteil: «Mit INNE hatte ich in Holland bisher lediglich eine project-based company, d. h. ich konnte meine Tänzer ...
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Tanz Dezember 2018
Rubrik: Menschen, Seite 24
von Hartmut Regitz
Wer 2016 die Art Basel besucht hat, erkennt das Bühnenbild in Göteborg auf Anhieb wieder. Die eng bepackten Bücherregale mit namenlosen Bänden um einen Seerosenteich. Das Chesterfield-Sofa, den Konzertflügel, das anonyme Grau: Für Sidi Larbi Cherkaouis neues Tanztheater «Stoic» hat der bildende Künstler Hans op de Beeck seine begehbare Installation «The Collector’s...
Es gibt ein Thema, bei dem Yuri Fateev sofort der Hut hochgeht. Der Chef des Petersburger Mariinsky-Ballett würde am liebsten eine Trademark «Marius Petipa» installieren, findet er doch den Umgang mit dem wegweisenden Œuvre des Franzosen katastrophal: «Die Klassiker werden ruiniert, weil Leute wie Nurejew sie in den Westen exportiert und dann ihr eigenes Ding...
Schon beim Ballett «Le Sacre du printemps» gab’s die Musik nur am Klavier. Und auch für «Beethovens Neunte» wählt Mauro de Candia eine Transkription, und das aus innerer Überzeugung – und nicht etwa aus praktischen Erwägungen, weil das Original mit Orchester, Chor und Gesangssolisten an einem Theater wie dem von Osnabrück als Repertoire-Aufführung kaum machbar...
