Ivan Alboresi, Alba Castillo «Virginia Woolf»/«Wenn es Zeit ist…»
Neun Jahre sind eine ziemlich lange Zeit, zwölf Tänzer*innen keine kleine Aufgabe und eine Interimsspielstätte sowieso die ultimative Challenge. Ivan Alboresi scheint in Nordhausen am Südrand des Harzes alles hervorragend hinzukriegen: einerseits nach einem knappen Jahrzehnt als Ballettdirektor mit ungebrochen originellen Ideen aufzuwarten, andererseits das angebaute Provisorium optimal zu bespielen, das während der Theatersanierung als Bühne dient – und drittens ein Dutzend Tänzer*innen zu beglücken.
Das jedenfalls erzählen nach der Vorstellung am Sonntagnachmittag ein paar Mitglieder des Ensembles, die noch vor dem Eingang chillen und berichten, wie sich das Tanzdasein in der 41 000-Seelen-Gemeinde anfühlt, für die Kultur von hoher Qualität ein «Must Have» zu sein scheint: «Wir sind einfach wie eine Familie», sagt einer. Ein kleiner, feiner Clan, über den Ivan Alboresi offenbar so empathisch wie engagiert wacht.
Das sieht man auch der Double Bill an, die er gemeinsam mit der spanischen Choreografin Alba Castillo bestückt hat. Von ihr stammt der zweite Teil «Wenn es Zeit ist …», ein Spiel um Schmerz, Verlust, Tod und Trauer, das um die Kunst des Loslassens kreist und dafür nicht ...
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Tanz Mai 2025
Rubrik: Kalender, Seite 38
von Dorion Weickmann
Fünfzehn Individualist*innen betreten die Bühne, in Jogginghosen, Röcken, Jacken, Shirts. Ein paar tragen Söckchen, manche sind barfuß. Spitzenschuhe trägt niemand (Kostüme: Laura Hopkins). Diese heterogene Bekleidung ist symptomatisch für den Tanzabend des postdramatischen Theaterregisseurs Tim Etchells und der Bildenden Künstlerin Vlatka Horvat: Es geht nicht...
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