In der Tanzhölle
Ortega Fernandez tanzt als Giselle unangreifbar heiter mit der Anmut des Naturkinds. Diese Zutraulichkeit hat ihren Preis: Sie verliebt sich in ihren Unterdrücker. Der Herzog bändelt in St. Gallen incognito zwischen gefüllten Wäschekörben mit dem Mädchen an. So erzählt Philipp Eglis «Giselle» von modernen Arbeitssklaven und skrupellosen, sciencefictionartig gekleideten Machthabern.
Seine Giselle gehört zu einer Gruppe von Wäscherinnen, die in einem fensterlosen Keller schmutzige Wäsche sortieren und waschen, die unaufhörlich durch eine Luke auf sie herunterfällt.
Die Belegschaft ist eine gebeugte graue Masse, die ab und zu aufbegehrt. Nur Giselle hat sich einen Rest Individualität bewahrt und versucht, mit ihren eigenwilligen Hüftschwüngen und Hüpfern aus dem System auszubrechen.
Die Ursache für das Unglück seiner Heldin ist für Egli der Klassenunterschied. Als Giselle von der wahren Identität des Herzogs erfährt, wählt sie den Tod als Weg in die Freiheit. Das ungelebte Leben entlädt sich spukhaft im zweiten Teil am Meeresufer. Als Wilis machen Giselle und ihre Gefährten Jagd auf die Herrschenden und tanzen sie auf der Uferpromenade zu Tode. Wie eine Welle von Leibern werfen sich ...
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