Im Musenraum: Anne Teresa de Keersmaeker
Anne Teresa de Keersmaeker ist derzeit viel in der Kunstwelt unterwegs. Im Augenblick zeigt die belgische Starchoreografin nicht nur ihren Erstling, «Fase, Four Movements to the Music of Steve Reich» (1982), in der Düsseldorfer Kunstsammlung in einer fortlaufenden Performance (29. Okt. bis 10. Nov.). Im Brüsseler Museum Bozar sorgt zugleich ihr Beitrag zur «Europalia Romania» für Aufsehen.
Inmitten der aufwändig gestalteten, überaus sehenswerten Werkschau des rumänischen Bildhauers Constantin Brâncuși (1876 – 1957) kniet eine Tänzerin der Keersmaeker-Kompanie Rosas sogenannten Musenraum des Meisters. Sue Yeon Youn verlagert auf den alten Holzdielen in konzentrierter Millimeterarbeit ihr Körpergewicht, als wolle sie die Essenz der Skulpturen in ihren eigenen Körper übertragen. Vor einer Werkreihe, die als «Mademoiselle Pogány» ab 1910 entstanden ist, sorgt die Tänzerin für eine Ehrfurcht erregende Konzentration – in Brâncușis Worten bildet sie nichts weniger ab, als die «Suche nach der Essenz der organischen Form». Diese Essenz hat der Schöpfer der organischen Skulptur von 1923 bis 1939 in zahlreichen Tänzen gesucht. Modelle, die in seinem Atelier vor der -Kamera tanzten, sind ...
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