im land der langen weißen wolke
Fünf Männer tanzen auf einer riesigen Bühne. Sie tragen Ketten um den Hals, um die Hüften einen gewickelten Rock und einen Beinschmuck aus Bast. Ihre kräftigen Körper schmückt ein Pe’a, ein großflächiges Männer-Tattoo, das sich von der Taille bis zu den Knien hinunterzieht und mitunter in einem jahrelangen Prozess mit traditio-nellen Instrumenten in die Haut eingehämmert wurde. Die Tänzer sind Mitglieder von Tatau Pacific Dance, einer in Auckland ansässigen Männer-Tanzgruppe, die 2008 von Victor Vitaliano gegründet wurde.
Sie setzt sich mit der Tradition und Kultur Samoas auseinander, allerdings nicht, indem sie traditionelle Tänze aufführt. Vielmehr mixen die Tänzer traditionelle Tanzfiguren mit popkulturellen Elementen, ironisieren ihre Bewegungen, tanzen queer. Der Mix schwankt zwischen einer Darbietung klassischen samoanischen Tanzes, der Verballhornung von TV-Tanzshows und der Reflexion des Exotismus, wie er seit der Kolonisierung mit den Pazifischen Inseln verbunden ist. Begleitet wird dieser Tanz von Musikern, die genauso verfahren: Sie kreuzen mit ihren Percussion-Instrumenten klassische Musik aus Samoa mit einfachstem Mainstream-Pop. Heraus kommt ein Hybrid aus Musik und ...
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Tanz Oktober 2012
Rubrik: ideen, Seite 64
von Gabriele Klein
«Kunst ist nicht dazu ausersehen, die Realität zu kommentieren. Sie schafft ihre eigene Realität, eine Gegenrealität. Kunst ist Kampf.» Um starke Thesen war Romeo Castellucci nie verlegen. Hier ist nicht einfach ein zorniger Italiener am Werk, sondern einer der Letzten, der die Kunst im Theater verteidigt. Mit allen Mitteln bekämpften zuletzt enragierte...
tv: romeo feat. julia
Über zwanzig Jahre nach der Uraufführung wurde Sergei Prokofjews
«Romeo und Julia» dank der Fassungen von John Cranko und Kenneth MacMillan (1962/1965) auch im Westen so richtig populär. Nun trifft Prokofjew auf Hip-Hop, das SWR-Sinfonieorchester auf Raps von Jugendlichen. Mit den Planungen für das gewaltige Projekt «Romeo feat. Julia» begann...
Der Gelsenkirchener Tänzer und Choreograf verunglückte am 14. Juli im Alter von 47 Jahren tödlich in seinem Urlaubsort in Irland. 1965 in Neuss als Sohn eines Gastwirts geboren, war Gildenast von 1987 bis 1993 Solotänzer am Stadttheater in Gießen, bevor er ans Gelsenkirchener Ballett Schindowski wechselte. 2001 initiierte er als Tanz- und Theaterpädagoge zahlreiche...
