Im Geisterhaus
Garderobe, unten «Wenn ich nach Hause komme, zieh ich meinen Mantel und meine Schuhe aus. Dann sehe ich in der Garderobe zuerst das Ölbild von Marie Camargo, eine der berühmtesten Tänzerinnen des 18. Jahrhunderts. Es ist leider nicht das Original von Nicolas Lancret, aber eine schöne Kopie aus dem 18. Jahrhundert. Ich freue mich, wenn ich sie sehe. Camargo war nicht nur schön, sondern eine sehr kreative Künstlerin ihrer Zeit.
Dann dreh ich mich um zum Plakat von ‹Le Spectre de la rose›, 1911 entworfen von Jean Cocteau, und bin sofort in der Zeit der Ballets Russes und einem ihrer Höhepunkte. Ich geh daran vorbei, weiter an einer Reihe von Zeichnungen von George Barbier entlang. Es sind eigentlich die Originalzeichnungen für eine Kunstmappe über Tamara Karsavina, die Hauptpartnerin von Nijinsky. Ich kenne diese Zeichnungen gut und freue mich immer, sie auf meiner linken Seite zu sehen.
Auf der rechten Seite ist eine Wand mit Zeichnungen von Sergei Diaghilev. Manchmal bleibe ich stehen, voller Bewunderung für diesen widersprüchlichen Mann, der in Karikaturen fast komisch dargestellt wurde. Ich verstehe seine Schwierigkeiten gut, nicht nur die finanziellen, eine Kompanie über zwanzig ...
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Was wie ein schlichtes Ferienhäuschen aussieht, das hier dem Bagger zum Opfer fällt, war seit 1961 das Sommerdomizil der Dresdner Tanzpädagogin Gret Palucca (1902–1993). Es stand bis zum 20. März etwas verkommen in Vitte auf der Insel Hiddensee. Die Bagger schoben alles zusammen, «hinterließen nur einen Schutthaufen», so die Augenzeugin und Geschäftsführerin der...
Seine zwei neuen Stücke orgeln gewaltig. In «O Domina Nostra» zuckt katholische Passionspracht durch die Finger des polnischen Komponisten Henryk Górecki; in «Cobalto» zanken sich ein komponierender Philosoph, Pedro Alcalde, und ein richtiger Barceloneser Avantgardist aus dem Stall von Marcel.lí Antúnez, Sergio Caballero, um sämtliche Register und Pfeifen der...
Eins müsse er gleich klarstellen, beginnt Jérôme Bel seine neue Performance im Lilian Baylis Studio vom Sadler’s Wells in London: Was als «27 Performances» angekündigt wurde, habe nun einen anderen Titel «A Spectator», und die Vorstellung, so sei hiermit gewarnt, sei kein Tanz und könne gut und gern länger als die angekündigten 60 Minuten dauern. Er improvisiere...
