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Jan Pusch hat in Braunschweig mit viel Aufwand ein großes Stück Tanz choreografiert – und dabei den Sinn des Staatstheaters wunderbar unterminiert

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Tanz hat es schwer, aber nur deshalb, weil er – entgegen seinem Hang zu Höherem oder gar zu einer gewissen Transzendenz – sich stets und unerbittlich gegen die Niederungen der Sprache wehren muss. Diese Niederungen drohen ihm am Staatstheater Braunschweig schon im Parkettfoyer, wo das Volk sich versammelt, bevor es vor der Bühne die choreografische Kunst von Jan Pusch erleben wird.

Warnrot und hintergrundbeleuchtet zieht sich über die gesamte Länge der Wand ein wirklich großer Satz: «Je perfekter das System, je größer die Ruhe im Glauben an seine Ordnung, desto gigantischer und verheerender sein Zusammenbruch.» Eine solch programmatische Gleichung bezieht sich natürlich nicht auf das Staatstheater, sondern wurde von einem Theaterautor namens Nis-Momme Stockmann in einem Stück gebraucht, das u. a. den Titel trägt: «Die potentielle Holistik eines Schnellkochtopfs im Kosmos des modernen Seins» – wobei auch dieser Topf sicher nicht als Metapher fürs Staatstheater herhalten mag. Vielmehr geht man doch in ein Theater, weil dort gern im Schnellkochverfahren ein Text erzählt wird, in dessen Tiefen die unendliche Weite der Kultur erscheint, die zu durchqueren im optimalen Fall ein sehr ...

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Tanz April 2013
Rubrik: produktionen, Seite 12
von Arnd Wesemann

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