Hugo de Greef
Hugo de Greef ist Gründer des Brüsseler Kaaitheaters und damit Initiator jenes Netzwerks, das erfolgreich flämische Choreografen in Europa propagierte. Ab sofort ist er Herr über eine «Fabrik für Bild und Ton»: So jedenfalls wird das N. V. Rundfunkgebäude Flagey in Brüssel im Volksmund genannt. Flagey war schon immer ein Ort, an dem ganz unterschiedliche Dialoge aufeinandertrafen, eine Art «Inter Iter». In dieser Funktion als Zwischenglied verknüpft Flagey nicht nur Bild und Ton durch interdisziplinäre Außensteuerung.
Mit De Greef wird Interkulturalität geradezu als ein Trumpf ausgespielt. Im politischen Flandern nennt man das den Versuch eines «co-communautaire Pastiche», was immer das heißen mag. In Wirklichkeit und wortwörtlich geht es dabei um nichts weniger als um die Realität – nicht um eine Fiktion, wie mancher flämischer Nationalist glauben mag. Denn Flagey bietet ein Programm, das alle Bereiche umfasst, vom notorischen Videokünstler Bill Viola zu den Abenteuern von Michael Johnson und Bugs Bunny als Space Jam – und gleichsam für eine Kultur steht, die nirgendwo mehr aus dem Lot scheint als in Belgien nach dem Erdrutschsieg des Vlaamse Block, der die Abspaltung Walloniens ...
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