Erlösung
Omelas ist das Paradies. Immer gutes Wetter, immer schöne Musik, überall schicke Häuser. Vor allem aber: keine Arbeitsmühen. Zu beschwingten Klängen tanzen die Bewohner*innen durch die Zukunftsstadt, ein Leben in Harmonie und Unaufgeregtheit. Das freilich seinen Preis hat: Einer muss aus der Gemeinschaft ausgestoßen werden, damit die anderen ihre Ruhe haben. Niemand darf mit ihm kommunizieren, niemand darf Kontakt halten, sonst löst sich die Ordnung auf, und die schicken Einfamilienhäuser brechen zusammen. Heißt es.
Walzernde Harmonie
Stina Quagebeur hat für den dreiteiligen Abend «OrgelPassion» Ursula K. Le Guins 1973 erschienene Kurzgeschichte «The Ones Who Walk Away from Omelas» choreografisch adaptiert. Und zwar als traditionelles Handlungsballett mit abstrakten Anteilen: Einen Gutteil des Stücks nimmt der spielerische Alltag im dystopischen Omelas ein, als ununterbrochener Karneval, bei dem die Einwohner*innen in grellbunten Kostümen (Louise Flanagan) durch die mal nachtromantischen, mal sonnendurchfluteten Gassen wirbeln. Tänzerisch zeigt Quagebeur das als walzernde Harmonie, die immer nur kurz gestört wird, wenn der Ausgestoßene (João Miranda) versucht, sich in den Tanz ...
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Tanz Mai 2026
Rubrik: Produktionen, Seite 6
von Falk Schreiber
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