Hortensia Völckers
Hortensia Völckers
ließ mal einen echten Braunbären auf einer Eisbahn an süßem Honig schlecken (das war in Frankfurt/Main). Danach holte Hortensia Völckers ihr Publikum auf die Bühne. Da oben konnte es ein mehrgängiges Menü verzehren (bei den Wiener Festwochen). Gute Ernährung ist ihr wichtig. So wird man Künstlerische Leiterin der Kulturstiftung des Bundes. Sie ist, wenn man so will, die mächtigste Frau im deutschen Kulturbetrieb. Aber kein bisschen einsam. Hortensia Völckers hat nie etwas allein gemacht.
Beim Bär war die Kunstkritikerin Noemi Smolik dabei, beim Wiener Festessen saß Luc Bondy neben ihr, den Tanzplan ficht sie nun mit Madeline Ritter aus. Dabei sagt sie öffentlich gern so kerzengerade Sätze wie: «Wissen krankt in Deutschland auch daran, dass es die Wissenschaft für sich reklamiert und ihr Wissen durch Unverständlichkeit beschützt.» Oder: «Wir wollen doch Homogenisierung und schlampige Präsentation vermeiden!» Letzteres sagte sie vor exakt zehn Jahren. Heute in politischen Würden klingt das noch immer völlig unverbogen: «Ich möchte die Kulturproduzenten dazu anregen, langsamer zu denken, dafür großzügiger. Nicht alle paar Wochen ein neues Projekt einzureichen – da ...
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Ein bisschen Biografie ... Tanzstudium an der New York University. Danach hat mich Merce Cunningham am meisten inspiriert. Für ihn habe ich seit 1981 getanzt. Eine überlebensgroße Erfahrung: Man lernte unglaublich viel über Choreografie, Philosophie, Musik, einfach durch die Arbeit...
«Schwanensee» mit glatzköpfigen Typen in Tutus. Kräftige Häkelhakenbeinchen, in die Luft gestreckt. Ballett, das in Alltagsbewegungen seine Grazie ebenso findet wie im Spagat. Auf der Bühne: Lampen, Tische, Äpfel. Tellerstapel fliegen zu Boden, Tänzer fliegen durch den Raum. Wirbeln über Böden mit schwarzem Kunstschnee, stoßen an Wände, leere Räume. Üben barfuß...
Sechs Jugendliche tanzen allein, jeder für sich. In ihrem Zimmer. Auf einer Wiese. In der Küche.
Auf den zweiten Blick, man ahnt es mehr, als dass man es sieht, haben all diese Jugendlichen einen «Migrationshintergrund». Wer dieses Wort je erfunden hat, wusste nichts von seiner Bedeutung. Wenn einer auszog, mit lateinischer Sprache auf den Lippen, als «migro», so...
