Hamlet
Lohnt es sich, Shakespeare zu vertanzen? Immerhin gibt es schon, sagt das Programmheft, circa 400 gelehrte Publikationen jährlich zum Problemkomplex «Hamlet». Klingt übertrieben. Trotzdem finden sich immer wieder Neudeutungsnischen.
Ähnlich ambitioniert interpretieren die schätzungsweise ein Dutzend europäischen Inszenierungen pro Saison «Hamlet» mal politisch, psychoanalytisch, lebensphilosophisch, als Parabel über das richtige Handeln im falschen Leben, das Leben als (Schau-)Spiel und Denkexperiment, die Kraft und das Unvermögen des Zauderns, feministisch, postfeministisch, postdramatisch und buchstabentreu – von Laurence Olivier bis Angela Winkler. Hat hier jemand Fallhöhe gesagt?
Kevin O’Day, der amerikanische Choreograf und Ballettchef in Mannheim, nennt eine sehr persönliche Motivation für sein jüngst in Stuttgart uraufgeführtes Handlungsballett. Es seien, auch biografisch inspiriert, die Erwartungen des Vaters an den Sohn. Sie lägen in unserer DNS, verfolgen uns bis ins Mark. (So erklären sich die Prospekte rings um Tatyana van Walsums porösen Königs-Saloon: Knochenstruktur unterm Mikroskop.) Hamlet zögert, wie wir wissen, vier Akte lang, um das Ungeheuerliche zu tun, die ...
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An der verdrießlichen Miene und der schlaffen Haltung. So kann das nicht weitergehen, haben sich die Behörden von Temeschwar gedacht. Und entschlossen gehandelt. Verkehrspolizisten stehen schließlich vor Publikum, gewissermaßen auf der Bühne. Und je länger – sprich: im Stau – desto schlimmer. Es sei denn, sie bekommen zu ihren, nun ja, nicht eben vorteilhaften...
Die derzeit fähigsten Ballettchoreografen international sind, schreibt die New York Times, Christoper Wheeldon und Alexei Ratmansky. Ersterer hat letztes Jahr die Stelle als resident choreographer beim New York City Ballet aufgesteckt, um sich um seine neue eigene Kompanie Morphoses zu kümmern. Das NYCB streckte begehrlich seine Fühler nach Ratmansky aus. Aber der...
Sie kommt hereingeweht in einem türkisfarbenen Seidenmantel, so großzügig geschnitten, wie ihn nur sehr hochgewachsene Frauen tragen können. Sie fröstelt, obgleich die Sonne scheint. «Der ist eigentlich für abends», sagt sie, aber der hing halt gerade da, als ihr kalt wurde. Eitel ist Bettina Wagner-Bergelt also nicht. Eine eitle Frau würde lieber frieren, als sich...
