Höllenritt

Andonis Foniadakis’ «Urlicht» leuchtet gnadenlos die Abgründe des Menschen aus. Und zeigt, dass das Kasseler Kuratorenmodell leistet, was es verspricht: Diversität auf allen Ebenen

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Man sieht sich im Leben immer zweimal, heißt es so schön. In diesem Fall ist das Wiedersehen mit einer Amtsübernahme verbunden und betrifft: das Staatstheater Kassel und Thorsten Teubl.

In Ulm geboren, auf der Schwäbischen Alb aufgewachsen (was man ihm übrigens nicht mehr anhört), hat er Musik- und Theaterwissenschaft in Bayreuth studiert, bei Götz Friedrich an der einschlägigen Hamburger Hochschule ganz akademisch Opernregie erlernt, dann tummelte er sich hier und da und vertiefte sich nebenbei auch noch in eine Ausbildung – Fachrichtung: Kulturmanagement –, um schließlich 2008 zum ersten Mal in Kassel einzulaufen: als Tanzdramaturg, später als Vize von Tanzdirektor Johannes Wieland, dessen tanztheatralischer Zugriff reizvoll und entsprechend beliebt war. 2018 verließ Teubl das Haus, ging nach Linz zu Mei Hong Lin, die offenbar nicht die allerbeste Performance in Sachen Führung ablieferte. Noch bevor sie demissionieren musste, hatte Teubl sich schon nach Chemnitz abgesetzt, um von dort das Wiedersehen mit Kassel aufzugleisen: Seit 2021 ist er nun Chef von TANZ_KASSEL (ganz nebenbei: Warum müssen so viele Kompanien in Versalien daherstelzen? Sieht total uncool aus …). Und hat sich vorgenommen, den zeitgenössischen Tanz in größtmöglicher Bandbreite nach Nordhessen zu holen – und zwar jeweils in Originalausgabe, sprich: als Kreation. ...

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Tanz Mai 2023
Rubrik: Produktionen, Seite 6
von Dorion Weickmann

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