Hip-Hop al Barocco

Die Liaison zwischen urbanem Tanz und Barockmusik ist gerade sehr en vogue. Warum das so ist, und bei wem es derzeit besonders barockt, darüber berichtet Thomas Hahn

Lange hat der Hip-Hop kein Opernhaus von innen gesehen. Dabei liegt einer der bekanntesten Treffpunkte für B-Boys in Frankreich unter den Arkaden der Opéra von Lyon. Doch das brachte die Breaker nicht unbedingt dazu, die Türen aufzustoßen. Auf die Idee, ihnen die Türen zu öffnen, weil urbaner Tanz selbstverständlich auch auf einer Opernbühne stattfinden kann, kam erst recht niemand. Immerhin: Heute ist das Tabu längst und mehrfach geknackt, jüngst wieder in der Hauptstadt, an der Pariser Opéra Bastille – also just dort, wo 1789 die Revolution mit dem Sturm auf die Bastille begann.

Stéphane Lissner, seit 2014 Generalintendant, vertraute dem jungen Regisseur Clément Cogitore und der Choreografin Bintou Dembélé die Inszenierung von Jean-Philippe Rameaus Ballett-oper «Les Indes galantes» (1735) an, zur Eröffnung der neuen Opernsaison. 

Cogitore hatte 2017 auf sich aufmerksam gemacht, als er ein Video für die «3e Scène», das Digitalportal der Pariser Oper, drehte und dafür auf der Opernbühne eine Horde Krump-Tänzer und B-Boys zur Apotheose von «Les Indes galantes» versammelte, einem «Rondeau», also Rundtanz namens «La danse du Grand Calumet de la Paix», den «les sauvages», sprich: die ...

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Tanz Januar 2020
Rubrik: Produktionen, Seite 12
von Thomas Hahn