Heinz Laurenzen ist tot
In den 1960er und 70er Jahren, als die Stadt Köln noch eine kraftvolle, lebendige Tanzszene besaß, war Heinz Laurenzen etwas wie der kleine König dieser Szene. Er regierte die Sommerakademie des Tanzes, die der gebürtige Krefelder 1955 in seiner Heimatstadt mitbegründet und 1961 klugerweise nach Köln verlagerte. Er herrschte über den seinerzeit nicht unbedeutenden Choreografischen Wettbewerb. Er leitete die Rheinische Musikhochschule und das Institut für Bühnentanz. Vermutlich hätte er gern auch die Geschicke des Kölner Tanz-Forums gelenkt.
Aber da das bei seinem «Freund» Jochen Ulrich (noch) in festen Händen war, begnügte er sich nach bewährter kölscher Klüngel-Tradition damit, gegen Ulrich zu intrigieren. Mit dem Niedergang Kölns als Tanzstadt schwand auch Laurenzens Einfluss auf den Tanz. Im letzten Jahrzehnt, nach seiner Pensionierung, war er praktisch unsichtbar geworden. Am 16. Juni ist der Träger des Bundesverdienstkreuzes und des Deutschen Tanzpreises, fast unbemerkt von der tanzenden Öffentlichkeit, im Alter von 75 Jahren in Köln gestorben.
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