Heinz Spoerli «Peer Gynt»
Alles beginnt mit einer jener Szenen, für die Heinz Spoerli berühmt ist: Leichtfüßige Ballettmädchen in duftigen weißen Kleidern umschweben mit ihrem Opernbühnenlächeln den blonden Jüngling, der das Glück hat, an diesem Abend die Hauptrolle zu tanzen.
Das wird kein Mozart’sches Singspiel, sondern ein Drama des ausgehenden 19. Jahrhunderts: Es heißt «Peer Gynt», und sein Held ist vieles – ein faustischer, rastlos umherstreifender Sinnsucher, auch ein Goldgräber und Geschäftemacher, ein Frauenverführer und -wegwerfer.
Solveig (angemessen scheu: Yen Han) liebt ihn, aber muss ihr Leben damit verbringen, auf ihn zu warten. In einem einzigen kurzen Tanz zu Beginn zeigt Sem-yon Chudin als Tänzer-Darsteller des Peer Gynt, wie selbstverständlich ihm solche Hingabe an seine Person ist – das macht seinen Zauber aus, diese liebenswürdige Achtlosigkeit.
Den Choreografen Spoerli hat die Figur des Peer Gynt so gepackt, dass er zu einer eindrucksvollen Sparsamkeit und Konzentration in den Mitteln gefunden hat. Florian Ettis Ausstattung arbeitet mit derselben Reduktion: gerade Schnitte, wenige Farben, ein riesiger Farn als Schattenriss oder ein vertikal hereingeschobener Keil als Gebirge genügen. ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Sylviane Bayard begann im Alter von fünf Jahren ihre Tanzausbildung in ihrer Heimatstadt Bergerac/ Frankreich, erhielt danach ein Stipendium an der Internationalen Tanzschule Cannes. Im Alter von 15 Jahren gewann sie den renommierten «Prix de Lausanne».1974 erhielt sie ihr Engagement beim Stuttgarter Ballett und wurde dort 1979 Erste Solistin. Ihre weitere Karriere...
«Santissima Huil d'olive vierge» heißt das Produkt, das auf dem Proszeniumsvorhang beworben wird. Wenn dieser Konsum-Concours zu seinem Ende kommt, geht es nicht um das vorgestellte Öl, es ist ganz offensichtlich Sand im Getriebe. Frantz und Swanilda haben einen TV-Tanzwettbewerb gewonnen. Der junge Mann will sie trotzdem nicht heiraten und setzt lieber das...
Was bloß soll man mit Rudolf Nureyev, dem geradezu übernatürlich begabten, dem unbestritten überragendsten Tänzer, sozusagen dem Superlativ des Balletts des 20. Jahrhunderts, anfangen? Bis heute ist sein Einfluss in Ballettschulen und Tanzkompanien weltweit zu spüren, ganz besonders in jenen beiden Häusern, in denen er das Publikum zu seinen besten Zeiten...
