Heinz Spoerli «Peer Gynt»
Alles beginnt mit einer jener Szenen, für die Heinz Spoerli berühmt ist: Leichtfüßige Ballettmädchen in duftigen weißen Kleidern umschweben mit ihrem Opernbühnenlächeln den blonden Jüngling, der das Glück hat, an diesem Abend die Hauptrolle zu tanzen.
Das wird kein Mozart’sches Singspiel, sondern ein Drama des ausgehenden 19. Jahrhunderts: Es heißt «Peer Gynt», und sein Held ist vieles – ein faustischer, rastlos umherstreifender Sinnsucher, auch ein Goldgräber und Geschäftemacher, ein Frauenverführer und -wegwerfer.
Solveig (angemessen scheu: Yen Han) liebt ihn, aber muss ihr Leben damit verbringen, auf ihn zu warten. In einem einzigen kurzen Tanz zu Beginn zeigt Sem-yon Chudin als Tänzer-Darsteller des Peer Gynt, wie selbstverständlich ihm solche Hingabe an seine Person ist – das macht seinen Zauber aus, diese liebenswürdige Achtlosigkeit.
Den Choreografen Spoerli hat die Figur des Peer Gynt so gepackt, dass er zu einer eindrucksvollen Sparsamkeit und Konzentration in den Mitteln gefunden hat. Florian Ettis Ausstattung arbeitet mit derselben Reduktion: gerade Schnitte, wenige Farben, ein riesiger Farn als Schattenriss oder ein vertikal hereingeschobener Keil als Gebirge genügen. ...
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