Heidelberg: Iván Pérez «Impression»
Seine Vorgängerin Nanine Linning liebte das Dekorative, die großen, effektvollen Bilder. Heidelbergs neuer Tanzchef Iván Pérez (tanz 12/18) scheint eher ein Choreograf des Intrikaten, Stillen, Melancholischen zu sein. Nachdem er sich den Heidelbergern im Spätsommer mit einer Performance im Freien vorgestellt hatte, folgte nun im Marguerre-Saal das erste abendfüllende, knapp zweistündige Stück seiner Amtszeit.
«Impression»- ist ein sehr vager Titel, aber die im Programmheft genannten Themen – Millennials, technologische Veränderungen, Informationsflut, bedrohte Privatsphäre – kann man auf der Bühne ohnehin nur entdecken, wenn man die Texte vorher gelesen hat.
Pérez, geboren 1983, ist ein Feinzeichner der Bewegung. Er variiert ein ums andere Mal im Kleinen, Bodennahen, er verändert behutsam, hat wohl kein Bedürfnis, das Dutzend Tänzerinnen und Tänzer sich auch einmal recken und strecken, entschieden nach oben streben, gar hochspringen zu lassen. Seine Millennials wirken, als seien sie vom Leben bereits erschöpft. Sie ziehen sich zurück auf einer oft halbdunklen Bühne, sie sinken, gleiten zu Boden, rollen langsam über eine Schulter und immer nach hinten ab. Mal verknäueln sich zwei ...
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Tanz Februar 2019
Rubrik: Kritik, Seite 36
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