handbuch für choreografen 8
Film
Die Performance einer Choreografie ist etwas Flüchtiges, was nur im Moment der Aufführung vollständig existiert und danach nur noch als zerfallende Erinnerung in den Köpfen derjenigen, die der Aufführung beigewohnt haben.
Das Filmen, für gewöhnlich in Form einer Videoaufzeichnung, bildet eine Möglichkeit, das Geschaffene festzuhalten, doch kann ein Film das Ereignis einer Performance nur bis zu einem gewissen Grad einfangen.
Die Filmaufzeichnung einer Performance ist wie die Fotografie eines Gemäldes: In beiden Fällen handelt es sich um etwas Reproduziertes, wobei das Ergebnis doch immer etwas Eigenständiges bleibt, etwas wesentlich Getrenntes von dem, was festgehalten wird, und somit nur eine spezifische und beschränkte Erfahrung des eigentlichen Originals.
Aber vielleicht ist es ja gerade ein Film, den du machen möchtest, und keine Performance?
Tanz ist von jeher ein ergiebiges Thema für das Medium Film. Die Filmaufzeichnungen einiger Tanzstücke sind besser, als es die ursprüngliche Performance selbst war.
Film
Es ist einfacher, Tanz live zu verfolgen als auf einem kleinen Bildschirm: Die Tricks wirken einfach besser.
Große Tanzfilme nutzen ihre eigenen Tricks, um uns als ...
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Tanz Juni 2011
Rubrik: praxis, Seite 72
von Jonathan Burrows
...und Marc Leßle halten die Kölner auf Trab. Nach dem Tanzhaus interim, das die Szene als einen unlauteren Vorstoß gegen die Realisierung eines eigenen Tanzhauses ansah – ohne dass irgendjemand das endlich mal wahr macht –, sind die beiden Avantgardisten schon wieder fündig geworden, diesmal im Stadtteil Deutz. Ein «Zentralwerk der Schönen Künste» nennen sie ihren...
«Wir sind mehrere, doch wir fühlen uns wie ein Körper.» Das klingt nach Nirwana. Einfach romantisch. Fast wie ein Grundbedürfnis des Menschen. Einer Gruppe angehören, in der Gemeinschaft aufgehen und sein Glück dann allen zeigen, im Takt, im Gestus, in Harmonie. Stellvertretend für den Zuschauer auf einer Bühne durchleben, wovon das Publikum vielleicht unbewusst...
Eine Flasche Wasser, eine Birne, zwei Äpfel und ein Messer packt Jörg Weinöhl aus und legt alles auf den Tisch. Er entfaltet eine weiße Stoffserviette, zwei winzige Gläser kommen zum Vorschein. Der Solotänzer hat vorgesorgt: Die Bar des Düsseldorfer Opernhauses ist nicht besetzt. Also Picknick im Foyer. Neben der Flasche liegt sein original Florentiner Strohhut....
