lissabon: vanilton lakka «o corpo e a midia da danca? outras partes»
Einschalten, ausschalten. Mit der Musik verfährt man so. Warum nicht auch mit Tanz? Vanilton Lakka trägt die Symbole der Tasten «Stop», «Play» und «Pause» auf seinem roten T-Shirt. Er lässt das Publikum wie um einen Boxring sitzen und von vier Seiten zuschauen. «O corpo é a mídia da dança? Outras partes» wird in kurzen Runden ausgefochten. Das erlaubt den drei B-Boys, zwischendurch zur Wasserflasche zu greifen. Augenzwinkernd bringen sie einen Kassettenrekorder ins Spiel, keinen Ghettoblaster.
Jemand aus dem Publikum darf ihn halten und soll auf ihr Zeichen die «Play»-Taste drücken. Wir erwarten harte Beats, doch was erklingt, ist nur ein Rauschen. Zu ihm vollführt das Trio so dynamische Figuren, dass wir uns am Ende aus eigener Kraft einbilden, die erwarteten Rhythmen zu hören. Brauchen B-Boys sie etwa gar nicht? Ist Musik nichts als Einbildung?
«Stop»-Taste. Trinkflasche. Die nächste Runde: Harter Sound, aber keine Bewegung. Im Stand-by genießen sie ihre kontrollierte Offensive gegen die Breakdance-Codes.
Brasilianer und Hip-Hop, das wurde seit Bruno Beltrão immer unberechenbarer. Sie könnten eine aufziehbare Puppe tanzen lassen und Breakdance zur reinen Konvention erklären. So ...
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Tanz Juni 2011
Rubrik: kalender, Seite 46
von Thomas Hahn
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