gewohnheiten

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sind schön. Sie geben Sicherheit auch inmitten radikaler Veränderungen. Manche Gewohnheiten verwandeln sich gar in Traditionen, aus denen sich in Momenten der Krise ein gutes Recht ableiten lässt: das Recht auf Arbeit etwa, auf soziale Gerechtigkeit, auf den Erhalt einer «landestypischen Mentalität» – man denke nur an den Versuch, die spanische Siesta abzuschaffen. Tradition wird gern zur Sinnstiftung eingesetzt, auch im Tanz, der sich deshalb so vehement um seine Tradition bemüht, um das eigene Existenzrecht darauf zu gründen: am deutschen Theater existieren zu dürfen.

Denn es steht schlimm um den Tanz, mal wieder. In Münster will man die Sparte abwickeln, deren Chef gerade erst angefangen und also noch keine eigene Tradition gebildet hat. In Dresden steht William Forsythe vor einem ähnlichen Problem: Im traditionellen Rahmen der Semperoper wird er für seine in den Kanon entrückten Stücke frenetisch gefeiert, aber einen neuen, selbst gesetzten Kreativ-Rahmen will man ihm kaum zubilligen (Seite 6).

Wozu soll die Tradition da gut sein? Sie riecht staubig und ist sperrig wie ein Möbel. Wenn die Stunde der Betriebsprüfer schlägt, lassen die den alten Plunder ausräumen, als sei er nur ...

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Tanz November 2012
Rubrik: editorial, Seite 1
von

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