halleluja
Schräg bohrt sich das Licht durch die dunkle Bühne und gibt den Blick frei auf eine Gruppe von fünf Männern, die rhythmisch ihren Oberkörper vor- und zurückbeugen. Tranceartig tanzen sie ihr Gebet so, wie sie es jeden Tag in der Synagoge tun, voll Hingabe und mit geschlossenen Augen einen heiligen Text murmelnd. Der Unterschied zwischen einem Gebet und seiner Darstellung auf der Bühne ist für sie gleich null.
Eine religiöse jüdische Gruppe – mit allen Insignien wie langen schwarzen Löckchen und obligatem Unterrock ausgestattet – galt bislang auf der Tanzbühne als so undenkbar wie ein katholischer Priester, der in voller Montur am Balletttraining teilnimmt. Bis jetzt. Das Ensemble Ka’et («Jetzt») ist mit seinen frommen Männern angetreten, um Tanzgeschichte zu schreiben. Mit glänzenden Augen reden sie über ihre von Rabbis unterstützte Gründung der Tanzkompanie, aber es widerstrebt ihnen, dem rechten, orthodoxen Flügel zugeordnet zu werden. Nein, sie fühlen sich keiner politischen Richtung nah, auch wenn mindestens einer von ihnen der Meinung ist, dass Tänzer in Tel Aviv alle homosexuell und linksorientiert seien, «weil das so Mode ist».
«Road Number 1» heißt ihr erstes Stück, ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Ora Brafman
...zeigt in acht Städten – Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln, Krefeld, Münster, Viersen, Wuppertal – die experimentierfreudigen Produktionen der Tanzszene Nordrhein-Westfalens. Die Initiative der Tanzproduzenten-Konferenz mit Stefan Hilterhaus, Bertram Müller und Jürgen Sauerland-Freer wollen Tanzproduktionen in konzentrierter Form präsentieren, was bedeutet, viel...
...heißt ein berühmter Text des deutschen Philosophen Hans Blumenberg. Roberto Zappalà, Choreograf aus dem sizilianischen Catania, zeigt das gleichnamige Stück am 7. Mai in der Schwankhalle in Bremen im Rahmen des Festivals «dancing roads compact». Der Mensch, heißt es bei Blumenberg, solle «in seiner Lebensführung den Bedarf an Wegzehrung so beschränken, dass...
In Frankreich als Star gefeiert, beurteilt man ihn hierzulande ein wenig kritischer: Angelin Preljocaj. Über eins allerdings ist man sich auch bei uns einig: dass der französische Choreograf albanischer Abstammung ein wunderbares Händchen für effektvolle Inszenierung hat. Dies gilt besonders für «Scheewittchen», das er 2008 für seine Kompanie, das in...
