halleluja
Schräg bohrt sich das Licht durch die dunkle Bühne und gibt den Blick frei auf eine Gruppe von fünf Männern, die rhythmisch ihren Oberkörper vor- und zurückbeugen. Tranceartig tanzen sie ihr Gebet so, wie sie es jeden Tag in der Synagoge tun, voll Hingabe und mit geschlossenen Augen einen heiligen Text murmelnd. Der Unterschied zwischen einem Gebet und seiner Darstellung auf der Bühne ist für sie gleich null.
Eine religiöse jüdische Gruppe – mit allen Insignien wie langen schwarzen Löckchen und obligatem Unterrock ausgestattet – galt bislang auf der Tanzbühne als so undenkbar wie ein katholischer Priester, der in voller Montur am Balletttraining teilnimmt. Bis jetzt. Das Ensemble Ka’et («Jetzt») ist mit seinen frommen Männern angetreten, um Tanzgeschichte zu schreiben. Mit glänzenden Augen reden sie über ihre von Rabbis unterstützte Gründung der Tanzkompanie, aber es widerstrebt ihnen, dem rechten, orthodoxen Flügel zugeordnet zu werden. Nein, sie fühlen sich keiner politischen Richtung nah, auch wenn mindestens einer von ihnen der Meinung ist, dass Tänzer in Tel Aviv alle homosexuell und linksorientiert seien, «weil das so Mode ist».
«Road Number 1» heißt ihr erstes Stück, ...
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Tanz Mai 2011
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Ora Brafman
Die Kathedrale von Notre-Dame in Paris sieht man schemenhaft gemalt im Hintergrund. Quasimodo, der bucklige Glöckner, hat hier eine bessere Statistenrolle, die schöne Zigeunerin Esmeralda muss natürlich nicht sterben, sondern wird zum Happy End mit ihrem blonden Hauptmann Phœbus vereint. Im stark romantisierten Paris der Ballettbühne versinkt Victor Hugos...
...wurde zum neuen künstlerischen Leiter des Bolschoi-Balletts ernannt, als Nachfolger von Yuri Burlaka. Nach seiner Ausbildung trat der 41-jährige Filin 1988 ins Corps de ballet der Moskauer Kompanie ein, avancierte rasch zum Solisten. Der danseur noble übernahm nach Ende seiner Tänzerlaufbahn 2008 die Leitung des Ballettensembles am Moskauer...
Die Fans von Alina haben es sofort gemerkt: In tanz 4/11 sind wir mit den dunklen Vokalen des Namens Cojocaru durcheinandergekommen; die Schreibweise «Cojucaru» im Interview mit der Ballerina ist falsch (S. 16–19). Wir bedauern zwei weitere Fehlschreibungen in derselben Ausgabe: Im Text über die Stuttgarter Ballettdirektorenkonferenz fehlt bei Kathyrn Bennetts, der...
