Griechenland
«Ich werde ein paar Tage in Athen sein, ich habe ein wenig Zeit, lass uns treffen!», sagte ein deutscher Freund, der unsere Hauptstadt nach langer Zeit wieder besuchen wollte.
«Gern», sagte ich, «wo willst Du mich treffen?»
«Lass uns in das Café gehen, in dem wir früher oft waren.»
«Ja, warum nicht», sagte ich, hatte ihn aber unterbrochen.
«Gibt es das noch?», hörte ich ihn sagen.
Sicherheitshalber nannte ich ihm eine Alternative.
Denn er hatte recht, Geschäfte und Cafés, selbst gut eingeführte, auch die, die es schon ewig gab, verschwinden von einem Tag auf den anderen. Längst sehen Teile von Athen aus wie eine Geisterstadt. Auch die Leute geistern, senken die Köpfe und vermeiden, daran zu denken, was für ein Leben es hier einmal gab.
Ihre Konversation ist etwas einsilbig geworden: «Lahme Regierung», «korrupte Politiker», «Scheiß-Bänker». Null Zukunft haben sie, erfahren stattdessen täglich mehr von dem, was die Vergangenheit verschwieg: Firmen kauften Mitglieder der Regierung, auch Journalisten standen auf ihren Gehaltslisten. Würde und Stolz der Griechen sind schwer verwundet. Bitter, betrogen und müde sind die Menschen. Da ist es natürlich schwer, einfach cool zu bleiben, an ...
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