Der Intendantenklub

Die Tanzdirektoren und Ballettleiter müssen an einen Tisch, um ihre Interessen durchzusetzen. Damit der Tanz auch überall Einlass finden kann. Ein Gespräch mit der zielstrebigen Türöffnerin Christiane Theobald.

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Bald wird das alles der Vergangenheit angehören – das winzige Büro mit den stoffbespannten Wänden («in eigener Regie verschönert»), der Besprechungsraum nebenan («viel Buch auf wenig Regal»), überhaupt der ganze Flügel im Verwaltungstrakt der Berliner Staatsoper, in dem das Berliner Staatsballett residiert. Denn die Tänzer und ihr liebevoll «Vladi» genannter Chef (Klarname Malakhov) wandern westwärts ins Schiller-Theater.

Die Frau, die das alles unter ihren Fittichen hat – «drei Baustellen, Umzugslogistik planen» und nebenbei noch künftige Inszenierungen vorbereiten –, heißt Chris­tiane Theobald und ist die stellvertretende Intendantin des Staatsballetts. Auf dem Papier. In Wahrheit ist die elegante Brünette ein Allround-Talent, eine besessene Netzwerkerin, die sich zu nachtschlafener Zeit mit mind-mapping sessions vergnügt – allein, versteht sich. Im stillen Kämmerlein tüftelt Christiane Theo­bald aus, wer einen adretten Kooperationspartner für die Truppe abgeben könnte oder wie sich der Regierende Bürgermeister (alias Wowi) als Schirmherr ihres nächsten Coups gewinnen ließe. Wenn diese Frau sich überhaupt je einen Korb holt, wird sie das als prickelnde challenge begreifen. Weil ...

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Tanz Jahrbuch 2010
Rubrik: Interview, Seite 66
von Dorion Weickmann

Vergriffen
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