Grenzwertig

Die Welt lebt von Grenzen. Der Kolonialismus zog sie willkürlich über die Landkarte. So grenzte man sich voneinander ab – so, wie die Moderne vom Ballett, das den Kolonialismus repräsentiert hat.

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Die Welt lebt von Grenzen. Der Kolonialismus zog sie willkürlich über die Landkarte. So grenzte man sich voneinander ab – so, wie die Moderne vom Ballett, das den Kolonialismus repräsentierte. Sagt Natasha Hassiotis

Seit fünfhundert Jahren ist Afrika kolonialisiert. Kolonialismus heißt: Die Ökonomie in einer Kolonie gehört ihr nicht. Arbeit wird nur aufgezwungen, um Bodenschätze oder Ernten einzufahren. Ohne jede Gewinnbeteiligung. Diese «Arbeitsteilung» funktioniert auch strikt körperlich. Der «Weiße» arbeitet nicht mit seinem Körper. Sondern verbirgt ihn.

Der «Schwarze»  gibt seinen Körper preis. Denn wir lieben jeden Unterschied. 

Zum Kolonialismus gehört vor allem, dass Tradition weitgehend eliminiert und gegen eine «moderne» Zweckrationalität ersetzt worden ist. In ihren Kolonien begannen die Europäer «mit der sofortigen Veränderung des lokalen Lebensraums, um noch so weit entfernte Gebiete in Ansichtskarten der zurückgelassenen Heimat zu verwandeln … Eine große Anzahl an Pflanzen, Tieren, Getreidesorten, Landwirschafts- und Baumethoden trafen in den Kolonien ein, verwandelten sie in neue Orte mitsamt neuen Krankheiten, Umweltschäden und der Traumatisierung der überwältigten ...

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Tanz Juni 2008
Rubrik: Grenzenlos, Seite 20
von Natasha Hassiotis, Arnd Wesemann

Vergriffen
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