Grenzwertig
Die Welt lebt von Grenzen. Der Kolonialismus zog sie willkürlich über die Landkarte. So grenzte man sich voneinander ab – so, wie die Moderne vom Ballett, das den Kolonialismus repräsentierte. Sagt Natasha Hassiotis
Seit fünfhundert Jahren ist Afrika kolonialisiert. Kolonialismus heißt: Die Ökonomie in einer Kolonie gehört ihr nicht. Arbeit wird nur aufgezwungen, um Bodenschätze oder Ernten einzufahren. Ohne jede Gewinnbeteiligung. Diese «Arbeitsteilung» funktioniert auch strikt körperlich. Der «Weiße» arbeitet nicht mit seinem Körper. Sondern verbirgt ihn.
Der «Schwarze» gibt seinen Körper preis. Denn wir lieben jeden Unterschied.
Zum Kolonialismus gehört vor allem, dass Tradition weitgehend eliminiert und gegen eine «moderne» Zweckrationalität ersetzt worden ist. In ihren Kolonien begannen die Europäer «mit der sofortigen Veränderung des lokalen Lebensraums, um noch so weit entfernte Gebiete in Ansichtskarten der zurückgelassenen Heimat zu verwandeln … Eine große Anzahl an Pflanzen, Tieren, Getreidesorten, Landwirschafts- und Baumethoden trafen in den Kolonien ein, verwandelten sie in neue Orte mitsamt neuen Krankheiten, Umweltschäden und der Traumatisierung der überwältigten ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Kader Belarbi wird am am 13. Juli seine Bühnenkarriere an der Pariser Opéra offiziell beenden, nach einem letzten Auftritt in Carolyn Carlsons «Signes» – einem Werk, das er zusammen mit Marie-Agnès Gillot tanzt (und das ihn schon jetzt auf DVD etwas unsterblicher gemacht hat). Längst hat er unterdessen eine Karriere außerhalb des Hauses begonnen.
Schon seit 1991...
Es gibt einen sehr schönen Moment in Jochen Ulrichs Ballett «Campo Amor» am Linzer Landestheater: Wenn sich im Bühnenhintergrund ein Kulissenvorhang herabsenkt, der das Bild einer zuvor nur angedeuteten Theaterruine vervollständigt. Da spiegelt sich das Theater in sich selbst, als Raum und als Illusion, die das Innere des berühmten Kinos und Theaters Campo Amor in...
Drei Tage lang schienen sie dem Tod geweiht. Umgeben von Dunkelheit, Kälte, erdrückenden Wassermassen am Grund des Pazifiks. Das Tauchboot Pris As-28 hatte sich in der Verkabelung einer unterseeischen Abhöranlage verheddert. Dann werden die sieben russischen Matrosen geborgen. Und können den Himmel wieder sehen: «Hoch oben weites Blau»! Unfall und Bergung gehen...
