Goyo Montero: «A Midsummernight’s Dream»

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Sein Blick geistert am Rande des Irrsinns, flackert auf und erlischt mit dem Ein und Aus eines Atemzugs. Sechs Hände greifen nach dem Kind, das sich in seine Halsbeuge schmiegt, Stimmen flüstern, locken … «gar schöne Spiele spiel’ ich mit dir». Kein Erbarmen, kein Entrinnen. Der Vater verliert den Sohn an die Dämonen, die im nachtschwarzen Wald ihr Unwesen treiben: Elementargeister, wie sie das Ballett seit dem 19. Jahrhundert bevölkern, zumeist als weibliche Agenten der Zerstörung.

Es ist Nürnbergs Ballettchef Goyo Montero, der Goethes «Erlkönig» in diese Genealogie einreiht – faszinierender Auftakt einer Neuproduktion, die eigentlich einen ganz anderen Klassiker umkreist: William Shakespeares Komödie «A Midsummer Night’s Dream». Doch im Nürnberger Opernhaus geht’s weder heiter noch sardonisch oder gar erotisch zu. Monteros Lesart ist finster, skeptisch, melancholisch bis zuletzt. Ist von Morbidezza beherrscht und jenseits des Lustprinzips verankert. Weshalb auf das Rätsel des «Erlkönig»-Anfangs gleich die nächste enigmatische Szene folgt. Shakespeares Hochzeitsgesellschaft stampft, dampft und krampft in Jordi Roigs dunkelgrauen Renaissance-Monturen vor sich hin, bigotte Society ...

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Tanz Februar 2019
Rubrik: Menschen, Seite 26
von Dorion Weickmann

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