Göteborg: Wang/Ramirez, Yoann Bourgeois: «Beyond»

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Das gibt’s nur in Göteborg: 39 Tänzer und kein Chefchoreograf. 39 Individuen, die mehrmals im Jahr mit den Handschriften von Gästen konfrontiert werden. 39 Künstler, geborgen in einem Opernhaus, das dem Breakdance-Duo Honji Wang und Sébastien Ramirez aus Perpignan alle Mittel ebenso zur Verfügung stellt wie dem innovativen Choreografen Yoann Bourgeois aus Grenoble.

Opernhaus, das heißt: eine Sensation machen zu können. Wang und Ramirez legen ihren Tänzern Fluggeschirr an, damit sie als revolutionäre Masse über die Bühne fliegen.

Yoann Bourgeois lässt einen kleinen Hafenkran und eine Rutsche bauen, damit sein Heer von Tänzern von dort unsanft auf einer rasend schnell und schneller fahrenden Drehbühne landet. 

«Au revoir» heißt die Fantasie von Wang und Ramirez, die mit vermummten Gestalten vor sechs Meter hohen Mauern an die Aufstände von Hongkong erinnert. Ein Tänzer schwebt als Buddha durch den Raum, landet und tanzt weiter: mit der Eleganz einer Kleist’schen Marionette an den Fäden aus dem Bühnenhimmel. Eines anderen Füße sind einbetoniert. Dank den nämlichen Fäden lässt er sich stürzen wie eine Statue. Es ist das Fanal zu einer Revolution unter wehender schwarzer Flagge, die ...

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Tanz April 2020
Rubrik: Kritik, Seite 42
von Arnd Wesemann

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