Braunschweig: Gregor Zöllig «Vom Sinn der Sinnlichkeit»

Waschmaschine, Mikrowelle, Trockner, Fernseher, Computer: angeschaltet, können sich ihre Geräusche summieren, und im Staatstheater Braunschweig geschieht genau das. Mit der Zeit schwillt der kollektive Klang der vorgestellten Gerätschaften ohrenbetäubend an; das Rattern und Rauschen will kein Ende nehmen. Kein Wunder, dass sich die neun Tänzer und Tänzerinnen erschreckt auf kleinstem Raum zusammenscharen. Lichtlinien kästeln sie ein, und die Zuschauer sitzen ebenerdig im Kleinen Haus um sie herum, als wären sie ein ursächlicher Teil des Geschehens.

Viel Spielraum ist da nicht, schon gar keine Bühne, und es dauert seine Zeit, bis die neunköpfige Gruppe zeitweilig die Blockade überwindet und eine -Eigendynamik entwickelt, die nicht ohne Eindruck bleibt auf das Publikum. Ganz wohl ist einem jedenfalls nicht, wenn der Tanz auf Tuchfühlung geht und die Reizüberflutung so überhandnimmt, dass man darin schier ertrinkt.

Gregor Zöllig blockt den Alltag nicht ab. Abgehoben ist bei seinem neuesten Tanzstück ohnehin nichts, alles geschieht auf Augenhöhe. «Vom Sinn der Sinnlichkeit» nennt er seine Uraufführung, wie immer in Braunschweig «in Zusammenarbeit mit den Tänzern» entstanden. Auch wenn ...

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Tanz April 2020
Rubrik: Kritik, Seite 36
von Hartmut Regitz