Görlitz: «Romeo und Julia»
So tief, so weit, so nah am Publikum. Der Bühnenraum von Till Kuhnert birgt viele Assoziationen zu Shakespeares Tragödie von der tragischen Liebe zwischen Romeo und Julia. Auch in Görlitz wird dafür die Ohrwurm-Musik von Sergei Prokofjew bemüht, und doch sieht alles ganz anders aus als gewohnt. Eine neoklassische Version war bei der Tanzcompany von Dan Pelleg und Marko E. Weigert allerdings auch so wenig zu erwarten wie eine sturznormal erzählte Geschichte.
Elf Tänzerinnen und Tänzer setzen mit sportiver Akrobatik das Publikum in Erstaunen.
Immer wieder geraten sie in gefährliche Situationen, so riskant wie diejenigen, in die sich Romeo und Julia um ihrer Liebe willen begeben. Es gibt keine festgelegten Rollen, jeden kann es treffen. Jeder kann in die bodenlose Situation eines Romeo kommen, jede kann Julia sein. Die Emotionen gehen mit ihnen durch. Abgründe werden übersprungen.
Mal klar, mal verrätselt nehmen alle den vorgegebenen Rhythmus auf, um ihn im Gegeneinander der Gruppenrivalitäten mit je eigenen und eigenwilligen Bewegungsvarianten weiterzuführen. Hier wird keine Geschichte im Sinne eines Handlungsballetts serviert, sondern auf Assoziationen gesetzt, auf die Fantasie der ...
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cinesthetik________
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