Brüssel: «Mono»

Thomas Hauert: «Mono»

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«Mono» bleibt der Zuschauerin im Hirn stecken wie ein düsterer Traum: der Anblick einer Gruppe von Leuten in ihrem eigenen Kosmos. Was sie beschäftigt, ergründet man nicht, glaubt aber, nah dran zu sein an ihrer Logik, immerzu kurz vor der Erkenntnis. Die Bühne wird zu einem Zwischenraum, in dem sich etwas darbietet und zugleich entzieht, etwas, das nie deutbare Form wird. Das Albtraumhafte daran ist das Gefühl, dass das Leben im Grunde kaum anders läuft.

Thomas Hauert zeigte dieses starke «Mono» mit seiner belgischen Kompanie ZOO im Frankfurt LAB.

Dort hat er sich auch am Motion-Bank-Projekt der Forsythe Company beteiligt. Noch ist zu seinem Werk in der Online-Datenbank kaum etwas zu sehen. Es stelle auch nur «einen Krümel» seiner Arbeit dar, sagte er bei der öffentlichen Präsentation.

Die acht barfüßigen «Mono»-Tänzer erklären nichts. Treten auf, treten ab. Die Körperglieder werden hier und da aufgebogen, eingefaltet, gewendet. Zunächst langsam, im zähen Fluss folgt eins aus dem anderen. Ein Tänzer allein, dann ein Paar: Sie beziehen sich nur aufeinander. Ein Sonderkosmos, in dem sie sich winden, einander sachlich-praktisch berühren, einhaken, stützen. Ab und zu löst ein Tänzer ...

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Tanz März 2014
Rubrik: kalender und kritik, Seite 42
von Melanie Suchy

Vergriffen
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