Glory Days
Feed a dancer
«Feed» nennt Jeremy Wade sein Solo, das er in der Berliner tanzfabrik uraufgeführt hat. Das Solo mutet an wie ein durchgeknallter Live-Comic-Strip. Der Tänzer im schwarzen Slip verwandelt sich sekundenschnell. Er wird zum niedlichen Hündchen, zur verzweifelten Kreatur. Dazu läuft eine verzerrte Version des Hits «Nothing compares 2 you». Ein Tanz der durchdrehenden Synapsen. Ein Körper, von Triebregungen und Empfindungen durchpulst, verzehrt sich in einem schmerzhaften Mangel.
«‹Feed› basiert auf dem Konzept der ‹Wunschmaschine› von Deleuze und Guattari», sagt Wade. «Es geht um Hunger und ein sexuelles Verlangen, das nie gestillt werden kann.» Also beschwört das Solo dunkle Sexualität, irrwitzige Komik und eine ekstatische Energie.
Nothing compares 2 you
Kaum zu fassen: Im kleinen Studio in einem Kreuzberger Hinterhof steht der Bessie-Award-Gewinner des Jahres 2006 auf der Bühne. Als Wade von der Nominierung erfuhr, war er gerade nach Berlin gezogen. Ein spontaner Entschluss. Zukunftspläne hatte er keine, außer: sich an seine erste Gruppenchoreografie zu machen. 5000 Euro Vorschuss steuerte das Utrechter Springdance Festival bei. Berlin erinnere ihn an das New York ...
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