gischt aus licht

Bei Mette Ingvartsen tobt und tost ein Metallsturm über die Bühne. Ein Mensch inmitten der Materie

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Dem Mann fliegt etwas um die Ohren, tanzt etwas vor den Augen. Die allerdings hält er bedeckt. Ein Arbeiter in Schutzkleidung, ein Forscher, der aussieht wie ein Insekt. Was ist es, das ihn da tausendfach umschwirrt und bedrängt? Es scheint zu flattern, hat nichts als Flügel. Oder sind es nur lose Schnipsel? Dem Betrachter macht der Anblick ein kribbelndes, knisterndes Gefühl.

Das Bild lässt keinen Raum erkennen, es deutet auch den Menschen nur an. Unklarheit durch Dichte – so präsentiert sich Mette Ingvartsens «The Artificial Nature Project».

Die Dänin ging vor zehn Jahren aus der P.A.R.T.S.-Schule in Brüssel hervor und machte sich schnell einen Namen mit ungewöhnlichen Bühnenausstattungen. Der Titel mit der künstlichen Natur ist ein bisschen tautologisch, denn auf der Bühne ist sowieso alles künstlich. Vielleicht will die Künstlerin darauf hinaus, dass Theater und Tanz gern Natur-Illusionen herstellen – Wald und Wiese und, nun ja, echte, unverstellte Menschen. Aber Ingvartsen stellt eben umgekehrt die Illusion von Nichtnatur her und macht daraus eine Lektion über das Sehen.

Die beginnt im Dunkeln. Im Nichts ohne Notausgang, in dem das offene Auge vom Schlafen träumt. Nervöse ...

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Tanz Februar 2013
Rubrik: bewegung, Seite 4
von Melanie Suchy

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