louise lecavalier

Mit Édouard Lock hat sie den Urknall erlebt, mit Benoît Lachambre die totale Befreiung. Wenn sich die Turbo-Ballerina heute was wünschen dürfte, wäre sie am liebsten: David Bowies Schwester

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Louise Lecavalier,
Sie haben Ihr neues Werk «So Blue» genannt – sind Sie bekennende Melancholikerin?
Ich fühle mich weiß, schwarz, gelb, rot, aber… eigentlich – I feel so blue! Für mich ist die Seele blau, ihre Helligkeit und Tiefe. Sie verwandelt sich kontinuierlich, durchlebt Stadien zwischen Leben und Tod. Ich bin leicht und glücklich, dunkel und ängstlich, intensiv, hoffnungsvoll oder verzweifelt, aber niemals ruhig. Es ist ein Aufruhr in mir, fast unerträglich. Ich empfinde so vieles gleichzeitig, es vermischt sich und will heraus.

Es wird zu Tanz – einem blauen, atomaren Tanz. Dem Tanz der blauen Atom-Seele.

Atom-Seele? Ich weiß nicht, woraus die Seele besteht, aber ich stelle mir vor, dass sie aus wunderschönem, explosivem Material ist.

Hat das Stück eine besondere, vielleicht biografische Bedeutung für Sie? Alles, was ich tanze, ist in gewisser Weise autobiografisch, selbst wenn jemand anders choreografiert. Denn ich werde zu dem, was ich tanze: «Aus dem Brot, das man isst, wachsen alle Wissenschaften und Philosophien», heißt es einmal in Marguerite Yourcenars Erzählung «Ich zähmte die Wölfin». Ich kann Tanz essen.

Sie haben lange an «So Blue» gearbeitet.
Schon vor dem ...

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Tanz Februar 2013
Rubrik: menschen, Seite 20
von Bettina Trouwborst

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