Giora Manor ist tot

Und unser langjähriger Mitarbeiter Giora Manor ist tot

Tanz - Logo

Zum Jahreswechsel schickte Giora Manor eine Foto-Postkarte, auf die er mit silbernem Stift «Happy New Year!» geschrieben hatte. Auf der Rückseite war voller Stolz notiert: «Dieses Bild wurde von meiner Veranda aufgenommen – also ist im Vordergrund ‹mein Garten› zu sehen.» Erst unlängst war er innerhalb seines Kibbutz Mishmar Ha’emek in ein bequemeres Apartment umgezogen. Jahrgang 1926, spürte er durchaus die Beschwerden des Alters. Aber er hatte noch so viel vor; zum Bournonville-Festival in Kopenhagen Anfang Juni wollte er unbedingt.

  Ich wusste, dass seine ganze Familie in deutschen Konzentrationslagern umgebracht worden ist, so habe ich ihn zunächst behandelt wie ein rohes Ei. Aber er wollte das nicht. Mit der deutschen Schuld am Holocaust und an Millionen toten Juden ging er unbefangen um. Später erzählte er gern und mit Ironie von seiner Familie: von seinem reichen, kommunistischen Vater in der armen Tschechoslowakei. Aber das war Vergangenheit; er schaute in die Zukunft.
Giora reiste gern, nach Europa wie in China, und lud genauso gern ein, zum Tanzfest von Karmiel in der Wüste. Er fuhr dorthin mit einem uralten japanischen Minivan des Kibbutz, voller Stolz auf das Land, in ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2005
Rubrik: Magazin, Seite 18
von Jochen Schmidt

Vergriffen
Weitere Beiträge
Wei(d)t zurückgeschaut

Ausdruckstanz, der neue Modetrend an der Seine? Nach Mary Wigman und Dore Hoyer (mit Susanne Linke an der Opéra, ballet-tanz 03/05) bittet das Théâtre national de Chaillot zum choralen Tanztheater, mit Stücken von Jean Weidt und Deryk Mendel. Lumpen und Loden in Grau oder Erdtönen anstatt fashion victims. Die Idee, Jean bzw. Hans Weidts «Alte Menschen, alte Eisen»...

Dancing Lights in Yokohama

The recent Japanse exhibition “Scenes around the Dance“ provided insight into the current trend towards mutual nourishment in dance and art as a potential source of new expression. The installations featured included some with live performances and experimental film work including that of choreographers such as Saburo Teshigawara. Among the works presented at the...

DansArt-Zentrum

Zehn Jahre nach Gründung des DansArt-Zentrums in Bielefeld, seit Sommer 2002 auch überregional bekannt als Tanzfestival Bielefeld, steht die kleine Workshop-Keimzelle nun vor dem Sprung in ein eigenes Tanzzentrum mit vier Studios und einer Tanzbühne für 199 Zuschauer. Auf 1400 Quadratmetern soll ab 16. September eine Mischung aus Tanzkursen, Workshops, Aufführungen...