Gießen: Tarek Assam «Don Juan – Die Illusion des Ewigen»

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Don Juan ist Mythos, Bild, Komplex. Und jetzt Vorlage für ein Stück von Tarek Assam mit seiner Kompanie, uraufgeführt im Großen Haus des Stadttheaters Gießen. Es geht um die Konfrontation des Protagonisten mit neuen Begriffen von Männlichkeit, idealen Frauenbildern und geschlechtlichen Rollenkategorien. Ein Thema tänzerisch zu erforschen, das den Körper in der Gesellschaft zum zentralen Verhandlungsgegenstand hat, ist schlüssig und herausfordernd zugleich.

Gießens Don Juan, getanzt von Jeremy Curnier, erlebt die anderen zwölf Tänzerinnen und Tänzer in unterschiedlichsten Konstellationen. Als Gegenpart zum Mann in der Krise gibt es das sogenannte «Urweibliche», verkörpert von Magdalena Stoyanova. Dieses «Urweibliche», das Don Juan offenbar wertschätzen lernen soll, thront überdimensional in Form der Figur der Venus von Willendorf im Hintergrund. Sind wir im gesellschaftlichen und künstlerischen Diskurs nicht längst dabei, diesen Kategorien und der Reproduktion klassischer Dichotomien von männlich und weiblich entgegenzuwirken? Im Laufe des Abends wird die Venus zur Leinwand des männlichen Blickes. Der Protagonist soll in Umkehr dieser Blickdiktatur die sexuelle Initiative seitens ...

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Tanz Mai 2020
Rubrik: Kritik, Seite 37
von Hannah Meyer-Scharenberg

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