Future now

Das Digitale ist in aller Munde, als Zukunftsidee und Entwicklungsauftrag. Dabei hat der Tanz längst einen Riesenvorsprung ergattert, wie ein Blick auf Netzbühnen zeigt.

Theater zu – keine Oper, kein Schauspiel, kein Tanz? So geschehen Anfang März, als das große Schließmanöver im Zeichen der Corona-Krise begann und weite Teile der Infrastruktur stilllegte. Eilends reagierte die gesamte Kunstszene: Streamings aus der Aufführungskonserve, Streamings aus Wohnzimmern & Küchen, Streamings aus Ballettstudios, Probensälen und Gärten – mit Sicherheit war noch nie so viel Kultur online zu sehen wie in diesen Tagen und fast alles auch noch kostenlos. Was vermutlich nicht anders geht, solange kein digitaler Mehrwert geboten wird.

Genau diesen Befund brachte sehr rasch Christopher Rüping ins Gespräch, Ex-Hausregisseur der Münchner Kammerspiele und seit dieser Saison in gleicher Funktion am Zürcher Schauspielhaus tätig. Er sei, sagte er in einem Radiointerview, ziemlich sicher, dass künftig mehr «eigens für den Stream konzipiertes Theater» produziert werde. Überhaupt wurde der analoge Lockdown allenthalben als Digital-Booster entdeckt, Netz-Nachholbedarf fest- und Ausbau in Aussicht gestellt. Was die Darstellende Kunst betrifft, gibt es freilich eine Sparte, die seit Jahren mit Formaten jenseits ihres angestammten Bühnenterrains experimentiert: Es ist der Tanz, ...

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Tanz Mai 2020
Rubrik: Ideen, Seite 48
von Dorion Weickmann