Chichi, Froufrou

Chichi, Froufrou und ganz großes Drama. Maria Baranova geht mit ihren Figuren auf Entdeckungsreise. Auch zu sich selbst. Eine Begegnung mit der Ballerina des Bayerischen Staatsballetts.

Tanz - Logo

Soll man sie glutäugig nennen? Oder eher kirsch-, samt-, ja gar sanftäugig? Sicher ist, dass sie die denkbar schwärzesten Augen hat, in denen nicht selten der Schalk aufblitzt. Und ob man sich nun für das eine oder andere schmückende Beiwort entscheidet, hängt von der jeweiligen Situation und Stimmung ab. Die Augen, sie sind der abgründige Blickfang ihres schmalen, feinen Gesichts, die sie mädchenhaft jung, aber genauso gut dramatisch verschattet aussehen lassen können.

An diesem Nachmittag allerdings schaut Maria Baranova neugierig und hellwach auf ihr Gegenüber und richtet den Blick ­während des Gesprächs über ihr Leben als Tänzerin und Rollengestalterin dann allmählich immer mehr nach innen. Die ist blitzgescheit, denkt man sich und erfährt bald, dass das, was sie sagt, einer ununterbrochenen Reflexion entspringt. Was nach Selbstversicherung klingt, zeugt von unablässiger Selbstbefragung. Das ist keine von denen, die beim Proben einer neuen Rolle lediglich interessiert, wie sie von A nach B kommen.

Seit Beginn der Spielzeit ist die 28-jährige Maria Baranova Erste Solistin beim Bayerischen Staatsballett in München, eine Tatsache, die sie nüchtern umreißt: «Die suchten eine ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle tanz-Artikel online lesen
  • Zugang zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von tanz

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Tanz Mai 2020
Rubrik: Menschen, Seite 28
von Eva-Elisabeth Fischer

Weitere Beiträge
Darmstadt, Wiesbaden: Bryan Arias, Edward Clug «Le sacre du printemps»

Sie ist die Erste und die Letzte: Kristin Bjerkestrand. Kaum dass die Türen zum Zuschauerraum geöffnet werden, sitzt sie auch schon da in Reihe Nr. 7, das knöchellange Kleid rot wie die Sitze im Staatstheater Darmstadt, wo das Hessische Staatsballett seinen Doppelabend «Le Sacre du prin­temps» zuerst präsentiert. Erst als sich das Große Haus gefüllt hat, steht sie...

Ideenmosaik

Was es tatsächlich bedeuten würde, urplötzlich die Probenarbeit abzubrechen, das hat niemand von uns geahnt. Zuerst trat ein Moment der Stille ein, fast ein Gefühl der Erleichterung, so als hätte man früher Schulschluss. Immerhin lag eine harte Spielzeit hinter uns, erst seit Anfang der Saison leite ich das Badische Staatsballett – und damit ein neu...

Jutta Ebnother: Trotzdem feiern

Am 13. März sollte unsere Premiere «Frida ¡! Carmen» stattfinden. Morgens um neun Uhr gab es eine Krisensitzung. Mein Herz klopfte ganz schön, aber ich hatte noch einen Funken Hoffnung, dass der Vorhang hochgeht. Um elf Uhr während des Trainings kam Intendant Lars Tietje in den Ballettsaal und teilte uns mit, dass es leider keine Premiere geben werde! Wow ... was...