reggio emilia: josef nadj «atem»

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Mehr als 16 Quadratmeter sind für viele Studenten in Ballungsräumen nicht bezahlbar. Wohnen kann man darin gerade noch, aber tanzen? Das ist ganz sicher eine Herausforderung. Josef Nadj hat sich ihr erstmals in Prag gestellt. Die dortige «Quadriennale» widmete sich dem Thema des intimen Bezugs zwischen Werk und Zuschauer und lud die Künstler ein, auf vier mal vier Metern kreativ zu werden. Nadj, der Bildhauer, ließ sich passgenau eine transparente Hütte fertigen und bespielte sie gemeinsam mit Anne-Sophie Lancelin, einer erprobten Tänzerin bei Daniel Dobbels und Thomas Lebrun.

Und Tatsache ist:  Tanz-Platz ist in der kleinsten Hütte. Der Live-Musiker muss zwar draußen bleiben, aber Alain Mahé, der schon für Nadjs «Paso Doble» komponiert hat, die berühmt gewordene Performance mit Miquel Barcelo,  steuert auch hier eine komplexe Partitur bei, deren Töne direkt von jenen Arealen zu stammen scheinen, in denen sich Körper und Seele aneinander reiben. «Atem» nennt Nadj das Duo, sein erstes überhaupt mit einer Dame.

Es muss ihm gut gefallen haben, mit ihr die Studentenbude zu teilen. Von Albrecht Dürers «Melencolia I» ließ sich der Serbe aus der Wojwodina inspirieren. Der Meisterstich ...

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Tanz November 2012
Rubrik: kalender und kritik, Seite 50
von Thomas Hahn

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