düsseldorf: stephanie thiersch «as if (we would be)»

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Flughafen Schanghai: Platz an Platz, Reihe an Reihe sitzen Chinesen in der Wartehalle. Einige lesen, die meisten beobachten mehr oder weniger interessiert die anderen Fluggäste. Es ist eine Ästhetik der Gleichförmigkeit, die die Berliner Medienkünstlerin
Angela Melitopoulos auf die beiden unterschiedlich großen Leinwände im tanzhaus nrw projiziert. Auch auf der Bühne ist eine Wartehalle aufgebaut. Wieder heißt es: beobachten. Wer sich in einen Raum mit anderen Menschen begibt, passt sich an.

Ob im Wartezimmer beim Arzt oder auf dem Flur in der Behörde – die Ansteckungsgefahr ist groß: Soziale Verhaltensweisen übertragen sich in kürzester Zeit. Wer sich nicht an den Kodex hält, wird zum Außenseiter. Wie einer der Tänzer, der die Lethargie des Wartens überwindet und die Absperrungen niedertanzt.

Die Kölner Choreografin Stephanie Thiersch und Angela Melitopoulos haben ein Jahr lang das Verhalten von Mensch und Tier in der Gruppe beobachtet. Mimikry, jene Fähigkeit des Lebewesens, nachzuahmen und sich anzupassen, inspirierte sie zu «as if (we would be)». Sie  filmten in Schanghai und an der afrikanischen Küste. Das Ergebnis der aufwendigen Recherche ist eine stimmige Tanzmontage.

Eine ...

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Tanz Mai 2011
Rubrik: kalender, Seite 43
von Bettina Trouwborst

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