genua on tour
Die Bühne ist dunkel. Kaum kann man erkennen, dass sich hier ein Frauenkörper in schwarzer Hose und offenem blauem Hemd bewegt. Langsam schreitet die Gestalt auf eine schwarze Wand zu. Und flüstert: «Hier, hier ist es gut ... bleib standfest ... jetzt lass dich fallen, lass dich einfach fallen!» Lautlos sinkt ihr Körper zu Boden, und endlich dreht sich der schwarz gelockte Kopf, sodass Cristiana Morgantis Gesicht erkennbar wird.
Wir kennen die Tänzerin als ehemaliges Mitglied von Pina Bauschs Tanztheater Wuppertal – als eine, die immer noch unterwegs ist: mit einem Repertoire weltberühmter und gefeierter Meisterwerke. Denn physisch ist Morganti so ausdrucksstark und eigenwillig wie alle ihre ehemaligen Wuppertaler Kollegen, ihr Auftritt lässt die mit Bausch getane jahrelange Arbeit an Bühnenpräsenz erkennen.
«Jessica and me» ist so etwas wie ein Tagebuch ihres eigenen Lebens als Körper-Maschine. Morganti durchblättert es tanzend auf fast leerer und zumeist dunkler Bühne: zieht Diagonalen, zeigt Floorwork und lässt aus Momenten der totalen Erstarrung ein Potpourri aus Anekdoten und Bekenntnissen über ihr langjähriges Dasein im Bausch-Universum hervorschießen. Doch dabei bleibt es ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von tanz? Loggen Sie sich hier ein
- Alle tanz-Artikel online lesen
- Zugang zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von tanz
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Tanz Oktober 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 48
von Sergio Lo Gatto
Miho Takayasu, was für eine Art des japanischen Tanzes ist Kagura?
Kagura ist ein etwa 1500 Jahre alter Tanz, der älteste in Japan. Er wird in einem shintoistischen Schrein von einer Solistin ausgeübt, der sogenannten Miko. Getanzt wird im Gebetsgarten des Schreins. Man erhofft sich dadurch Schutz vor Katastrophen, eine gute Ernte oder ein langes Leben. Man...
Seit Jahren befasst sich Simone Aughterlony mit den Themen Disziplin, Autorität, Dominanz und Unterwerfung. Nun hat sie der Polizei unter die Uniform geguckt, aber nicht wirklich viel Neues zu Tage gefördert.
Kinder spielen Räuber und Gendarm. Sie lümmeln in Polizeiuniformen auf einer Halde von alten Matratzen, Autoschläuchen und formlosen Polstern herum und...
Es war diese Grenze, die 1989 zuerst fiel: der Übergang Waltersdorfer Chaussee/Rudower Chaussee im Berliner Süden. In der Nähe des Flughafens Schönefeld, am Schlagbaum nach Westberlin, musste drei Jahre zuvor der Schriftsteller und Filmemacher Ivan Stanev mit einem bulgarischen Pass in der Hand warten. Und sehr lange warten, denn die Behörden in Sofia hatten sein...
