genua on tour

cristiana morganti «jessica and me»

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Die Bühne ist dunkel. Kaum kann man erkennen, dass sich hier ein Frauenkörper in schwarzer Hose und offenem blauem Hemd bewegt. Langsam schreitet die Gestalt auf eine schwarze Wand zu. Und flüstert: «Hier, hier ist es gut ... bleib standfest ... jetzt lass dich fallen, lass dich einfach fallen!» Lautlos sinkt ihr Körper zu Boden, und endlich dreht sich der schwarz gelockte Kopf, sodass Cristiana Morgantis Gesicht erkennbar wird.

Wir kennen die Tänzerin als ehemaliges Mitglied von Pina Bauschs Tanztheater Wuppertal – als eine, die immer noch unterwegs ist: mit einem Repertoire weltberühmter und gefeierter Meisterwerke. Denn physisch ist Morganti so ausdrucksstark und eigenwillig wie alle ihre ehemaligen Wuppertaler Kollegen, ihr Auftritt lässt die mit Bausch getane jahrelange Arbeit an Bühnenpräsenz erkennen.
«Jessica and me» ist so etwas wie ein Tagebuch ihres eigenen Lebens als Körper-Maschine. Morganti durchblättert es tanzend auf fast leerer und zumeist dunkler Bühne: zieht Diagonalen, zeigt Floorwork und lässt aus Momenten der totalen Erstarrung ein Potpourri aus Anekdoten und Bekenntnissen über ihr langjähriges Dasein im Bausch-Universum hervorschießen. Doch dabei bleibt es ...

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Tanz Oktober 2015
Rubrik: kalender und kritik, Seite 48
von Sergio Lo Gatto

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