Geld macht faul
Ist der professionelle Tanz eher mit einem Ehrenamt zu vergleichen, ist er tatsächlich professionell? Oder warum wird er so schlecht bezahlt?
Neulich konnte man in der Süddeutschen Zeitung einen bemerkenswerten Beitrag mit der Überschrift «Geld macht faul» lesen. Darin stand, dass Kinder, denen man für das erfolgreiche Lösen eines Puzzlespiels eine Belohnung gibt, das Interesse am Puzzlen sehr viel schneller verlieren, als Kinder, die dafür keine Belohnung erhalten.
Das Kinderglück, ein Puzzle erfolgreich vollendet zu haben, verschwindet sofort, sobald eine Belohnung ins Spiel kommt, die mit dem Spiel nichts zu tun hat. Psychologen kennen das Phänomen: Eine Belohnung, Geld zum Beispiel, führt zu einer Umdeutung des Puzzlespiels. Das ist beim Tanzen genauso: Tanzen macht glücklich, wenn man kein Geld dafür bekommt.
Wird man aber professionell dafür bezahlt, erfährt ein Nettostundenlohn von 3,12 Euro für Tänzer eine ganz neue Deutung. Sofort sinkt die gesellschaftliche Achtung des Tänzerberufs auf den Nullpunkt. Das mit so wenig Geld gezeigte politische Desinteresse am Tanz lockt ihn radikal unter die Armutsgrenze. Umgekehrt gilt übrigens genau das Gleiche: Würde man ein ...
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